Ex-Landrat vorm Kadi

DARMSTADT. Dietrich Kübler (66), ehemaliger Landrat des Odenwaldkreises, muss sich jetzt doch wegen Untreue vor dem Schöffengericht in Micherlstadt verantworten. Ihm wird vorgeworfen, bei der Vergabe eines Auftrags zum Standortmarketing über 81.000 Euro gegen Vergabevorschriften verstoßen zu haben. Es soll ihm darauf angekommen sein, dass eine bestimmte Agentur  den Zuschlag für den Auftrag zur Konzepterstellung bekommt.

Two to the chest

Hassausbruch beim Anblick des Opfers (rechts): Moderator Rudi Cerne präsentierte den Mordfall Jürgen Volke in „Aktenzeichen XY... ungelöst". ©ZDF

HANAU. An markigen Sprüchen war Lutz H., angeklagt wegen Mordes an seinem Schwager Jürgen Volke, nie verlegen. „Zwei in die Brust, eine in den Kopf“ lautet einer. Ist aber keineswegs eine Rechenaufgabe für Berufskiller, sondern eine (tödliche) Verteidigungstaktik amerikanischer Polizisten für den Notfall, bekannt unter der Bezeichnung „Mozambique Drill“. Im Gespräch mit den Verdeckten Ermittlern hatte Lutz H. seinerzeit seine Version des Tathergangs zum Besten gegeben. 

Happy End mit Paragraph 64

HANAU. Strafrechtler wissen, was gemeint ist, wenn von diesem Paragraphen die Rede ist: Einweisung in eine Entziehungsanstalt. Im Fall von Martik S. hat die 1. Große Strafkammer so entschieden. Es hätte schlimmer kommen können für ihn. Mit dem Paragraphen 63 zum Beispiel. Insofern hat diese Geschichte ein Happy End. HANAU. Strafrechtler wissen, was gemeint ist, wenn von diesem Paragraphen die Rede ist: Einweisung in eine Entziehungsanstalt. Im Fall von Martik S. hat die 1. Große Strafkammer so entschieden. Es hätte schlimmer kommen können für ihn. Mit dem Paragraphen 63 zum Beispiel. Insofern hat diese Geschichte ein Happy End. 

Das große Vergessen

HANAU/SCHLÜCHTERN. Weg isser, der Mustafa. Verdrückt hat er sich, angeblich in die Schweiz, obwohl er doch das Opfer ist und viel beitragen könnte zur Aufklärung dieser seltsamen Tat, bei der ihm schlimme Verletzungen zugefügt worden waren. Doch es gibt da offenbar auch eine andere Seite dieses „unbegleiteten minderjährigen Flüchtlings“.

Der Mann mit der Nadel

Beutezüge über die Parkplätze der Stadt: Vor Herrn D. war kein Auto sicher. © Ed Allen, Coverentwurf  für Penguin Books

HANAU.  Dietrich D. bestritt seinen Lebensunterhalt mit verschiedenen Straftaten, vorwiegend Diebstählen aus Kraftfahrzeugen. Er benutzte dazu unter anderem eine sogenannte Anreißnadel, das ist ein Werkzeug mit gehärteter Spitze, gut geeignet, um Seitenscheiben schnell und lautlos zu zertrümmern. Dietrich D. ging planvoll zu Werke. Er gibt an, die Beute umgehend verscherbelt zu haben, um sich Drogen kaufen zu können. Offenbar hängt er auch an der Nadel.

Geschichten vom „umgelegten“ Schwager

Näschen für Polizeispitzel: Banu D., hier mit ihren Verteidigern Fuchs und Küster, hegte zumindest kurzfristig mal einen Verdacht gegen Ayse. Foto: Graber

HANAU. Das hat die Kammer nun davon: Im Volkeprozess muss sie sich mit Banalitäten herumschlagen, die sich, fett gedruckt oder kursiv, in den Protokollen der Spitzel VE1 und VE3 finden. Mühsam schleppt sich das Verfahren dahin, ohne dass es bisher auch nur die Spur eines Beweises für die Schuld der Angeklagten gegeben hätte. 

Saufen, kiffen, abkassieren

Feine Adresse für „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“, die es anderswo nicht so toll fanden: Schloß Hausen. Foto: Graber

HANAU/SCHLÜCHTERN. Dawit W. aus Eritrea hat seinen Freund Mus­tafa auf besti­alische Weise massakriert. Er stach ihm in den Hals, schnitt ihm die Augenlider ab und Stücke aus den Ohrmu­scheln. Angeblich soll es um 50 Euro gegangen sein. Im Prozess schweigt er, obwohl es wahrlich besser wäre für ihn, sich zur Sache zu äußern. Das Verfahren gewährt aber vor allem Einblick in die wirkliche Flüchtlingswelt, jenseits aller Gutmenschenromantik.

Mob lässt Prozess platzen

Vorbild El Patrón: Escobar nach seiner ersten Festnahme. Er regelte das Verfahren auf seine Weise: Nachdem zwei Belastungszeugen plötzlich „verstorben“ waren, wurde der Fall eingestellt. Foto: Polizei Medellin

HANAU. Ein Vorfall, der sich kürzlich vor dem Hanauer Jugendschöffenge­richt ereignete, beschäftigt Staatsan­waltschaft und Polizei. Offenbar ist es einer Gruppe Jugendlicher gelungen, durch rüpelhaftes Benehmen und ag­gressives Auftreten während der Ver­handlung einen Prozess platzen zu lassen. Es besteht der Verdacht, dass Zeugen bedroht und Schöffen im Ge­richtssaal fotografiert wurden. 

Messer im Kopf

HANAU. Am 17. November 2016 mittags sticht der rauschgiftabhängige Martik S. einem mutmaßlichen Drogenhändler auf einer Kinzigbrücke ein Klappmesser in den Kopf und flüchtet. Das Motiv ist rätselhaft. Er gibt an, aus Zorn gehandelt zu haben, weil … der Dealer einem Mädchen, das sich in der Nähe aufhielt, angeblich Drogen geben wollte, er es zu missbrauchen versucht habe, alles nur ein Irrtum war. Nun geht es für Martik S. um die Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus.

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