Schüsse aus dem Autofenster

FULDA. Wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Verstoß gegen das Waffengesetz, Sachbeschädigung und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr steht demnächst ein 20-Jähriger vor dem Jugendschöffengericht. In einem Fuldaer Waffengeschäft hatte er eine erlaubnisfreie Gasdruckpistole gekauft, mit der das Verschießen von Stahlkugeln Kaliber 4,5 mm möglich ist. Nachdem er zunächst Schießübungen auf Heuballen und Holzstapel gemacht hatte, legte er die geladene und schussbereite Waffe unter den Fahrersitz seines Autos.

Nachbarschaft in guter Lage

Die oberen Zehntausend sind nur auf den ersten Blick stets fröhlich und können ganz schön massiv werden, wenn sie überzeugt sind, dass nebenan ein Verrückter wohnt. ©Capitol Records

NIDDERAU/HANAU. Markus G. hat seinen Vater getötet. Er ist psychisch schwer krank. Es ist ein tragischer Fall, der vielleicht hätte verhindert werden können. Aber das ist eine andere Geschichte. Bemerkenswert ist, wie sich die feine Gesellschaft von Erbstadt nach dem Vorfall verhalten hat. Beschämend nämlich. Das fand irgendwie auch die Strafkammer.

Als gäbe es kein Morgen

Auf dem Golfplatz ein Ass, als Anwalt eine Niete: Dirk M. mit Verteidigern Matthias Reuter und Catrin Runge. Nein, gut sieht es nicht aus für ihn so kurz vor Abschluss der Beweisaufnahme. Wird er doch noch sein Schweigen brechen?

HANAU. Einen „undurchsichtig erscheinenden“ Menschen nennt der Gutachter den Angeklagten. In der Vergangenheit des Dirk M. gab es so einige seltsame Ereignisse, man könnte auch sagen: sein ganzes Leben war irgendwie seltsam. Und ein Wunder kam da auch mal vor. Es dürfte das vorerst letzte gewesen sein: „Voll schuldfähig“ ist er nach Ansicht des forensischen Psychiaters. 

Von Bösen und Devoten

HANAU. Die Klocks: Ein Ehepaar in ständiger Geldnot. Lebenskünstler. Vielleicht auch ein bisschen skrupellos. Zu Gemeinheiten neigend. Viel Gutes wurde bisher jedenfalls noch nicht erzählt über Harry und Sieglinde Klock, die auf ihrer Main River Ranch unter ungewöhnlichen Umständen ums Leben kamen. Auch der jüngste Zeuge lässt kein gutes Haar an ihnen.

Wenig Hoffnung für Frau D.

Lebenslänglich aufgrund eines am Telefon dahin genuschelten Satzes? Banu D. mit ihren Verteidigern Torsten Fuchs und Axel Küster in einer Verhandlungspause. Foto: Graber

HANAU. Vielleicht ist dies schon die Entscheidung: Die 1. Große Strafkammer hat Haftfortdauer für Banu D. angeordnet. Damit gibt das Gericht zu erkennen, dass es die Angeklagte für schuldig hält, den Speditionsunternehmer Jürgen Volke in der Nacht zum 8. September 2013 erschossen zu haben. Nun ja, die Beweisaufnahme ist noch nicht beendet. Aber schon jetzt zeichnet sich die erschreckende Tatsache ab, dass ein Mensch auch dann zur Höchststrafe verurteilt werden kann, wenn es keine stichhaltigen Beweise gegen ihn gibt. 

Mord & Co. im neuen Jahr

HANAU. Bevor Sie diese Geschichte, die am 3. Januar 2018 im Hanauer Anzeiger erschien, lesen, sollten Sie folgendes wissen: Die Staatsanwaltschaft Hanau dementiert, dass es sich um eine Absprache handelte mit dem Zweck, Banu D. weiterhin in Haft zu halten. Alles nur Zufall. Alles leicht zu erklären. Aber es verhält sich letzten Endes so, wie in diesem Fall überhaupt: Frau D. sagt, sie sei zur Tatzeit nicht in Hanau gewesen. Sie hat einen Zeugen, der das bestätigt. Der gibt sogar an, wo er sich mit ihr in jener Nacht aufhielt – in einem Restaurant und später in einer Bar. Die Staatsanwaltschaft aber glaubt ihm nicht. Und jetzt? Glauben wir es ihr? Betonen wollen wir an dieser Stelle, dass Staatsanwalt Böhn ein integrer Mann und über jeden Verdacht erhaben ist. Den Rest dürfen Sie sich denken …

Durch Wald und Flur

Und ewig singen die Wälder … Romantische Landschaft im Hintertaunus. Hier ging Lutz H. dem Weidwerk nach. Und hier scheiterten die Fahnder bei der Verfolgung des Verdächtigen an den Bodenverhältnissen. Foto: Norbert Nagel, Mörfelden-Walldorf

HANAU. Im Fall Volke hatte die Polizei von Anfang an auf Lutz H. als Hauptverdächtigen gesetzt und das Alibi seiner Lebensgefährtin keiner Überprüfung für wert befunden. Und selbst jetzt, nachdem Banu D. längst vom Zeugenstuhl auf die Anklagebank wechselte, gibt sie sich nicht sonderlich Mühe, das Versäumte nachzuholen. Vielleicht ist das der eigentliche Skandal in dieser zunehmend unappetitlichen Geschichte.

Betrunkener Major im Porsche

Petra M. schaut auf zu ihrem Mann. Er hat ein Weinglas in der Hand. Ihre Nase ist verunstaltet, Folge diverser körperlicher Auseinandersetzungen. Einmal war deshalb die Polizei im Haus. Eine Strafanzeige wegen häuslicher Gewalt hat sie freilich nie erstattet. Vielleicht aus Scham. Foto: privat

HANAU.  Warum reiste Dirk M. wiederholt in die Schweiz? Des Rätsels Lösung könnte „Geldwäsche“ lauten. Die Staatsanwaltschaft teilte im Mordprozess vor der 1. Großen Strafkammer mit, dass ein entsprechendes Ermittlungsverfahren gegen den Angeklagten laufe. Nun, es würde ins Bild passen, jetzt, wo Richter Graßmück das Vorstrafenregister von Dirk M. verlesen hat. Bei dieser Gelegenheit erinnern wir uns daran,  dass sein „Freund“ Erkan G. zu Petra M., dem späteren Opfer, gesagt haben soll: „Weißt du überhaupt, wer euch finanziert?“

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