Schöffin lachte - befangen?

HANAU. (dig) Was wurde ge­sagt – und was war in Wirk­lich­keit gemeint? Mit kurz nach der Tat von der Polizei abge­hörten Telefonaten zwischen Banu D. und Cengiz G. be­schäftigte sich das Gericht gestern im Volke­mord­prozess. Dabei machten die Verteidiger der An­geklag­ten Banu D. kei­nen Hehl aus ihrer Verärgerung über die Kammer: Ihrer Meinung nach werde ver­sucht, den Ver­dacht gegen ihre Mandantin mit aus dem Zusam­menhang gerisse­nen, einseitig interpretierten Äu­ßerungen auf­recht zu erhal­ten.

Das qualvolle Sterben der Petra M.

Der tiefe Fall des Advokaten: Vom Rechtsanwalt zum Angeklagten in einem der grausigsten Mordfälle

HANAU. Es spricht vieles dafür, dass Dirk M. seine Frau Petra auf grausame Weise getötet hat. Laut Anklage schlug und trat er sie bis zur Widerstandsunfähigkeit, dann übergoss er sie mit Spiritus und zündete sie an. Der Angeklagte schweigt im Prozess. Aber was auch immer sich im Haus Friedrichstraße 17 zugetragen haben mag, es war das infernalische Ende einer Beziehung, in der Alkohol das letzte Band aller Gemeinsamkeiten darstellte.

Zum Auftakt in die Zelle

Klockprozess reloaded, übrigens im selben Saal (Nr. 215) und mit einem Richter, der auch damals schon dabei war, inzwischen aber zur 2. Strafkammer wechselte. Wir sehen die Angeklagten mit ihren Verteidigern Kühne-Geiling (ganz rechts) sowie Scherzberg und Fuchs und den obligatorischen Kameramann (vor der Kammervorsitzenden Wetzel). ©Graber

HANAU. Reset! Es geht von vorn los. Nein, natürlich nicht ganz von vorn, denn eigentlich ist ja alles gesagt und ausermittelt, was es im Klockverfahren zu sagen und zu ermitteln gibt. Aber der Bundesgerichtshof wollte es so. Und deshalb befasst sich nun die 2. Große Strafkammer mit dem Vorfall von vor über drei Jahren auf der Main River Ranch in Maintal. Sollte Ihnen also beim Lesen dieses Berichts manches bekannt vorkommen – ein Zufall wäre das nicht.

Ali schnuppert mal rein

Zelle im Jugendarrest Gelnhausen. Hier gibt’s vierzehn Tage all inclusive für Ali: Kein Alkohol, keine Drogen, aber früh aus den Federn und viel Leibesertüchtigung mit netten Animateuren. Foto: Graber

HANAU. Der deutsch-türkische Bengel Ali muss also doch in den Knast. Na ja, nur ein Schnupperkurs in Sachen Strafvollzug, vierzehn Tage gesiebte Luft, aber vielleicht ist der Warnschussarrest, den ihm das Jugendschöffengericht aufgebrummt hat, das geeignete Mittel, ihn zur Räson zu bringen. So weit, so gut. Was wir uns aber fragen, ist: Wie kommt so einer eigentlich an die deutsche Staatsbürgerschaft? 

Geschädigt und seziert

HANAU. Im Prozess gegen drei Asylbewerber, die eine junge Frau missbraucht haben, sagt nun das Opfer aus. Frau H. ist krank. Ein psychisches Leiden. Ist sie verrückt? Unglaubwürdig? Sexsüchtig? Eine Prostituierte? Und der Gipfel: Selber schuld an dem, was da in den Morgenstunden des 8. April 2017 am Mainufer passierte? Manchmal kam man kaum fassen, was sich in deutschen Gerichtssälen abspielt. 

Kleiner Fisch und großes Geld

Die Straße, über die Tabak transportiert wird, auf den das Finanzamt ein Auge geworfen hat, muss nicht lang sein. Die Fahrt kann einen trotzdem teuer zu stehen kommen.

HANAU. Es ist einer der längsten Strafprozesse in der bundesdeutschen Justizgeschichte. Seit dreieinhalb Jahren arbeitet sich das Hanauer Landgericht an einem Verfahren ab, das von Anfang an unter keinem guten Stern stand. Es geht um Tabakschmuggel. Nun wurden mal wieder ein paar Urteile gesprochen. Und die Karawane zieht weiter.

Böser Ali, dicke Hose

Halbstarke prügeln sich, der wackere Wachtmeister schreitet ein, und alles ist wieder gut. So jedenfalls stellten es sich Jugendbuchautoren der 50-er Jahre und Politiker der Gegenwart vor. Zeichnung: Horst Lemke

HANAU. In den Zeitungen war jüngst von jugendlichen Banden zu lesen, die sich Massenkeilereien in Hanau und anderswo lieferten. Was sind das für Typen? Es sind Leute mit Migrationshintergrund. Leute wie Ali, der junge Intensivtäter. Einer, der nichts kann und obendrein zu faul ist, etwas zu arbeiten. Die Politik, namentlich der Hanauer Oberbürgermeister, aber auch die Polizei reden das schön. Alles nicht so wild! Jugendlicher Übermut und so … Nun steht Ali vor Gericht. Mal wieder. Und nicht zum letzten Mal. 

Wechselseitig auf der Zeugin

Unten am Fluss passieren die schlimmsten Sachen. Nicht nur im Film. Sondern mitten in Deutschland.

HANAU/MAINTAL. Drei Männer missbrauchen eine Frau morgens am Mainufer. Sie kamen als angebliche Flüchtlinge nach Deutschland. Obwohl sie gar keine sind, haben sie eine Aufenthaltsduldung. Sie leben vom Amt, verbringen ihre Zeit mit saufen und herumlungern. Es ist eine Geschichte aus einer Republik, die sich selbst aufgegeben hat. 

Seiten