Jahrestage: Bogie, Marlene, Fonda

Großes Plädoyer, aber erfolglos: Bogart hat als Strafverteidiger alle Hände voll zu tun ©Columbia/Santana

Am 14. Januar vor 60 Jahren starb einer der außergewöhnlichsten Schauspieler aller Zeiten: Humphrey DeForest Bogart. Ein Mythos für die Ewigkeit. Was vermutlich nur Filmenthusiasten geläufig ist: Bogie spielte auch die Hauptrolle in einem respektablen Gerichtsdrama, nämlich Vor verschlossenen Türen (Knock on Any Door, 1948). Darin ist er zu sehen als Verteidiger eines des Mordes angeklagten jungen Mannes, der aus „problematischen Verhältnissen“ stammt. Er glaubt felsenfest an die Unschuld seines Mandanten, und in einer flammenden Rede prangert er die sozialen Missstände jener Zeit als Hauptursache der Kriminalität an. Im Kreuzverhör allerdings gibt der Angeklagte die Tat doch zu; er wird zum Tode verurteilt. Sein Anwalt begleitet ihn dann auf dem Weg zur Hinrichtung. Also eines dieser gesellschaftskritischen Hollywoodstücke, die rührselig enden.

Bogart war in 75 Filmen zu sehen, darunter auch als Staatsanwalt (in Mord im Nachtclub/Marked Woman, 1937, sowie in Der Tiger/The Enforcer, 1951), einmal auch in der Rolle eines korrupten Rechtsanwalts (You Can’t Get Away with Murder, 1939). Sein berühmtester Streifen aber dürfte Casablanca (1942) sein, der im Folgejahr den Academy Award als „bester Film“ erhielt. Meine Favoriten: Die Spur des Falken (The Maltese Falcon, 1941) und Tote schlafen fest (The Big Sleep, 1945). Zeitlos gut.

1957 kam übrigens ein weiterer Justizkrimi in die Kinos, der mit zum Besten gehört, was dieses Genre zu bieten hat: Zeugin der Anklage (Witness for the Prosecution) von Billy Wilder. Der großartige Charles Laughton spielt darin einen gewieften Strafverteidiger, der einen scheinbar aussichtlosen Fall übernimmt. Sein Mandant soll eine alte Dame ermordet haben, um an ihr Vermögen zu gelangen. Er wird auch von seiner Ehefrau (Marlene Dietrich) schwer belastet. Die Höchststrafe scheint ihm sicher. Doch am Ende nimmt die Geschichte eine unerwartete Wendung …

Aus demselben Jahr stammt ein weiteres unvergessliches Gerichtsdrama, nämlich Die Zwölf Geschworenen (12 Angry Men) von Sidney Lumet. Inhalt: Einer (Henry Fonda) aus einem Dutzend Geschworener kann sich nicht dazu entschließen, den scheinbar des Mordes am eigenen Vater überführten Angeklagten schuldig zu sprechen, denn sein Ja würde ihn auf den elektrischen Stuhl bringen. Er beginnt den Fall Stück für Stück auseinanderzunehmen – und siehe da …