Tür auf!

FRANKFURT. (sam) Haustüren von Mehrfamilienhäusern dürfen nicht abgeschlossen werden. Das entschied das Landgericht Frankfurt (Az.: 2-13 S 127/12).

In der Urteilsbegründung heißt es, dass eine verschlossene Haustür den Fluchtweg für die Hausbewohner behindere und sie deshalb in Gefahr bringen könne, wenn sie den Schlüssel nicht gleich zur Hand hätten, etwa im Fall eines Brandes. Der Schutz von Leben und Gesundheit sei wichtiger als das Sicherheitsbedürfnis der Bewohner.

In dem verhandelten Fall hatte die Wohnungseigentümergesellschaft festgelegt, dass die Haustür in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr abgeschlossen werden müsse. Die Richter am Frankfurter Landgericht entschieden aber, dass das den Grundsätzen ordnungsgemäßer Verwaltung widerspricht und kippten die Anordnung. Bei einem Feuer etwa müssten Bewohner mitunter schnell fliehen. In der Aufregung sei der richtige Schlüssel aber nicht immer griffbereit. Sei dann die Haustür verschlossen, würden sie in der Falle sitzen.

Eine Alternative zum Abschließen der Haustür könne der Einbau einer Tür mit so genanntem „Panikschloss“ sein. Damit lässt sich eine Tür von außen verschließen und hindert Unbefugte am Zutritt zum Haus. Von innen geht sie jedoch auch ohne Schlüssel auf. Damit sei eine hindernisfreie Flucht möglich.