Kimbo-Killers Halluzinationen

Es ist ein Krieg unter Rockern. Es geht um Drogenhandel. Zwei Banden konkurrieren miteinander. Es passiert im Stadtteil Frankfurter Berg am Rande der Mainmetropole, wo Wohnsilos in den Himmel ragen und sich viele Anwohner nachts nicht mehr auf die Straße trauen. Das soziale Elend hat einen Namen: Ben-Gurion-Ring. Hier richtet im April vergangenen Jahres der gelernte Briefträger Zubaidullah K. seinen Konkurrenten Kibrom T. ("Kimbo")  mit 24 Schüssen hin. Auf einem Kinderspielplatz. Am helllichten Tag. Dann schlägt er dem Toten noch seine Waffe auf den Kopf, wobei er grinsend ausruft: "Warum applaudiert mir denn keiner!" und "Jetzt bin ich ein Mann!" Nun muss sich Zubaidullah wegen Mordes vor dem Frankfurter Landgericht verantworten. Der Angeklagte erzählt aus seinem Leben: Bis zu zwei Gramm Haschisch  konsumierte er täglich, über Jahre hinweg, dazu noch exzessiv Alkohol. Schließlich habe er eine Stimme gehört. Die Stimme eines Mannes, der ihn vor "Kimbo" warnte. Er bedauert die Tat. Es tue ihm leid, und er könne sich kaum noch erinnern. Der psychologische Gutachter Wolf Gerlich attestiert ihm aber zu jedem Zeitpunkt  volle Schuldfähigkeit.  Zubaidullah K. sei an das Cannabis gewöhnt gewesen und damit auch an Halluzinationen und die Angst, von dem anderen umgebracht zu werden. Im Zuschauerraum sitzen Freunde des Getöteten, zwischen ihnen Polizisten, um Auseinandersetzungen im Gerichtssaal zu verhindern. Es ist eine angespannte Atmosphäre. Es ist fast so wie im Ben-Gurion-Ring.

+++ Prozess um den toten Rocker Kimbo T. (BILD, 18.08.2015)

+++ Dealer gesteht Schüsse (BILD, 21.07.15)

+++ Toter Rocker beigesetzt - Autos und Mülltonnen brannten (FNP, 09.04.2014)