Lebenslänglich light für Herrn M.

Er fand sein Urteil „überraschend“, das Gros der Prozessbeobachter nicht: Dirk M. mit seinen Verteidigern Matthias Reuter und Catrin Runge. Foto: Graber

HANAU.  Die 1. Große Strafkammer des Hanauer Landgerichts verurteilte den ehemaligen Rechtsanwalt Dirk M. zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Sie sieht es als erwiesen an, dass er seine Frau Petra mit Spiritus übergossen und angezündet hat. Dabei hätte es für den Angeklagten noch schlimmer kommen können: Auf die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld verzichtete das Gericht.

 

Noch mehr Befangenheit

Verstärken den Druck auf die Kammer: Verteidiger Fuchs, von Dahlen, Gärtner, Küster Foto ©Graber

HANAU. Die Affäre Zeyß weitet sich aus. Nachdem die Beisitzerin zwar lapidar erklärt hat, sie pflege – eine jahrelang geübte Praxis – während der Verhandlung „kammerinterne, verfahrensbezogene“ Notizen in ihren Laptop zu tippen, aber nicht mitteilte, um welches Dokument es sich denn gehandelt hat, an dem sie während der Beweisaufnahme im Volkeprozess arbeitete, gibt es nun einen neuen Befangenheitsantrag – diesmal gegen die gesamte Kammer. Das sind keine juristischen Finessen mehr. Das ist der Anfang eines Skandals.

Die Richterin und ihr Laptop

Sitzen in der Klemme: Kammervorsitzender Graßmück und Beisitzerin Zeyß. Foto: D. Graber

HANAU.  Ja, ja, wir wissen es: Frauen sind multitaskingfähig. Sie können, im Gegensatz zu Männern, mehrere Dinge gleichzeitig erledigen. Aber gilt das auch im Strafprozess? In der Verhandlung wegen Mordes gegen Lutz H. und Banu D. hat sich die Beisitzerin, eine übrigens versierte Juristin, offenbar mit zwei Verfahren gleichzeitig befasst. Jetzt steht das dicke Ende bevor. 

Ein Architekt und Genosse

Wo dein Geld gut angelegt ist, kann auch ein Titel nicht falsch sein: Wenn’s um Politik geht – Sparkasse

HANAU/NEUBERG. Eine Sparkasse vereidigt einen Gutachter. Der Mann ist Genosse, ebenso wie der Herr Landrat, welcher dem Verwaltungsrat jenes Geldinstituts vorsteht. Aber wenn die Sparkasse doch gar keinen weiteren Gutachter braucht? Und klar ist, dass er niemals für sie arbeiten wird? Da kommt man schon auf die Idee, dass der Titel von vornherein vielleicht ganz anderen Zwecken dienen sollte. 

Nachbarschaft in guter Lage

Die oberen Zehntausend sind nur auf den ersten Blick stets fröhlich und können ganz schön massiv werden, wenn sie überzeugt sind, dass nebenan ein Verrückter wohnt. ©Capitol Records

NIDDERAU/HANAU. Markus G. hat seinen Vater getötet. Er ist psychisch schwer krank. Es ist ein tragischer Fall, der vielleicht hätte verhindert werden können. Aber das ist eine andere Geschichte. Bemerkenswert ist, wie sich die feine Gesellschaft von Erbstadt nach dem Vorfall verhalten hat. Beschämend nämlich. Das fand irgendwie auch die Strafkammer.

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