Und täglich grüßt der Millberry-Mann

Kupfergewinnung im Bergwerk, wie sie der Renaissancemaler Herri met de Bles (16. Jhdt.) dargestellt hat, ist eine mühsame Sache. Aber auch taschenweiser Diebstahl muss anstrengend sein

HANAU. In Abbruchhäusern schlummern wahre Schätze. Buntmetalle, insbesondere das in Wasser- und Stromleitungen enthaltene Kupfer, bringen auf dem Recyclingmarkt gutes Geld. Nayden M. weiß das. Der kleine Schlawiner aus Bulgarien karrte das Halb­edelmetall, vorwiegend der besonders wertvollen Sorte Millberry, gleich tonnenweise auf seinem Fahrrad heran. Natürlich war’s geklaut. Jetzt steht er vor Gericht.

Deftiges aus der Indizienküche

Erstes Haus am Platz: Im „Kohlmayr’s“ zu Gmünd zeichnete Errol heimlich Gespräche mit den Zielpersonen auf. Von hier aus ging’s zur Herrenpartie nach Slowenien ©hotel-ami.de

HANAU. Im Prozess um den Mord an Jürgen Volke wird es immer skurriler. Mit vielen belastenden Bemerkungen hatte der unter Erfolgsdruck stehende Verdeckte Ermittler Errol in seinen Berichten an die Vorgesetzten versucht, aus offenbar konstruierten Verdachtsmomenten gegen Banu D. und Lutz H. ein Indiziennetz zu knüpfen. Nun erzählte VE3 im Zeugenstand, wie er mit dem Verdächtigen eine Sause nach Slowenien machte.

Adio Mexico

Na schön, es ist eine bezaubernde Destination, so blau das Meer, so fein der Strand: Cancún, die Perle Mexikos. Aber dafür Gefängnis riskieren? Auf räuberische Erpressung stehen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe.

HANAU. Aus der Fiesta Mexicana wurde nichts. Am Ende fehlten dem jungen Mann ein paar Hundert Euro für den Trip mit seiner Freundin ins Urlauberparadies  Cancún. Es fehlte ihm aber auch am Mut, es ihr zu gestehen. Er kam dann auf eine Idee. Eine saudumme Idee. Und deshalb steht er jetzt vor Gericht.

Tags: 

Die Angst des Marders

Was Sie schon immer über Drogenpartys wissen wollten, sich aber nie zu fragen getrauten … und wohin das alles führt, zeigt z. B. der Film „Marihuana“ (1936) oder das wahre Leben eines Junkies wie Dietrich D. © Roadshow Attractions Inc.

HANAU. Der Marder (Martes foina) ist ein putziges Kerlchen, das die Nähe des Menschen sucht und sich bisweilen an den Gummiteilen von Automotoren gütlich gut. Umgangssprachlich bezeichnet man zweibeinige Bösewichte, die Fahrzeuge aufbrechen, um sie zu entwenden oder auszuräumen, ebenfalls als „Marder“. Sie sind nicht putzig. Sie sind bisweilen süchtig. Wie Dietrich D., der jetzt vom Landgericht verurteilt wurde (hier und hier). Sein Leben ist ein einziges Fiasko. 

Das Gericht zieht sich zur Erholung zurück

HANAU. Pause im Volkeprozess. Noch bis Monatsende. Das Gericht macht Urlaub. Die Regeln für Unter­brechun­gen in Mammutver­fahren sind eine Wissen­schaft für sich. Da müssen sich selbst Kammer­vorsit­zende bisweilen in den Paragra­phen 229 StPO vertiefen. Aber darf sich die Justiz in die schönsten Wo­chen des Jahres verabschieden, wäh­rend zwei Angeklagte in U-Haft sit­zen? Ja, darf sie. Immerhin besteht nach wie vor dringender Tatverdacht. Zeit also für eine Zwischenbilanz nach zwei­und­zwanzig Pro­zesstagen.

Kein Raub beim Olli daheim

Ein Raub zeichnet sich nicht nur durch Einsatz gewaltsamer Mittel aus, wie er hier Harold Lloyd in „An Eastern Westerner“ (1920, ©Pathé) widerfährt, sondern auch durch den „finalen Zusammenhang“. Und der war in Ollis Fall halt nicht da.

HANAU. Nicht gut gelaufen für Olli. Gar nicht gut. Erst haben sie ihn zuhause überfallen und erheblich verletzt, obwohl er nur nett sein wollte zu Leyla und ihren Bekannten. Und jetzt steht er auch noch als Drogenhändler da, der im Prozess wiederholt als „Angeklagter“ bezeichnet wird. Obwohl er doch der Geschädigte ist. Und dann kommt raus: Es war gar kein Raub. 

Tags: 

Seiten