Flinker Mörder in Größe 38

HANAU. Es fallen vier Schüsse in der Hanauer Gallienstraße. Dann läuft jemand davon. Eine Gestalt mit Kapuze überm Kopf. Es könnte der Mörder gewesen sein. Vieles lässt darauf schließen. Mehrere Anwohner haben ihn gesehen. Ihren Aussagen dürfte im Prozess um den Tod des Unternehmers Jürgen Volke einige Bedeutung zukommen. Allerdings widersprechen sie sich in wichtigen Details.

Große Pläne, kleine Leuchten

Das zeichnet den erfolgreichen Safeknacker aus: Er trägt Maßanzug, bedient sich moderner Technik und gelangt lautlos zum Ziel. ©United Artists

HANAU/ERLENSEE. Das Fleisch war willig, der Geist hingegen schwach. Vier junge Leute aus Erlensee planten die großen Coups: Sie wollten Geld- und Fahrkartenautomaten mit einem Gasgemisch aufsprengen. Wenn es nicht so ernst wäre, man könnte lachen über die Dummköpfe mit Migrationshintergrund.

Böser Onkel im Verdacht

Banu D. auf dem Weg zur Verhandlung. Rechts die Verteidiger Fuchs (vorn) und von Dahlen. ©Graber

HANAU. Sicher ist: Es wird ein Mammutverfahren. Der Prozess um den Mord an dem Hanauer Unternehmer Jürgen Volke vor dreieinhalb Jahren dürfte jedoch nicht einmal mit dem vielleicht im Spätsommer zu erwartenden Urteilsspruch zu Ende sein. Zu schwierig ist die Materie, zu unglücklich gestaltete sich der Start, und ob der Einsatz eines verdeckten Ermittlers, der den Fahndungserfolg schließlich herbeiführte, überhaupt gesetzeskonform war, na ja, da gibt es noch viel Klärungsbedarf. Schlussendlich wird der BGH wieder ran müssen.

In der Hitze der Nacht

Fremder, kommst du in eine kleine Stadt, benimm dich nach ihren Regeln. Und streichle nicht einfach die nächstbeste Frau, das kann Ärger geben. Filmplakat, USA, 1967, ©United Artists

HANAU. Möglicherweise wollte er nur ein paar Streicheleinheiten verteilen, der Mann aus Somalia, als er des nachts in Nidderau ein Auto anhielt, in dem die junge Maria saß. Er beugte sich über sie und … – ach was, lesen Sie selbst, warum er nun wegen eines versuchten Totschlags vor der 1. Großen Strafkammer sitzen muss.

Ein Freund, ein guter Freund …

Für diese drei Freunde, die Filmgeschichte schrieben, gab es nur zwei Themen: Frauen und Autos. Drogen? Niemals! ©Ufa („Die Drei von der Tankstelle“)

HANAU. Soufiane J. und kein Ende: Der Hanauer Strafrechtler Peter Müller zieht alle Register, um seinem Mandanten eine langjährige Haftstrafe zu ersparen. Aber wenn die Hoffnung wirklich zuletzt stirbt, so liegt sie nun doch schon im Koma. Auch die beiden Freunde des Angeklagten, die nun als Zeugen für Soufianes angebliche Drogensucht auftraten, werden daran mit ihren Aussagen nicht viel gerändert haben.

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Von Räubern und Helden

Tatort Rosenstraße: Überfälle auf Juweliergeschäfte sind am riskantesten, wenn viele Zeugen in der Nähe sind. Das wussten die beiden Nachwuchsgangster wohl nicht. ©Foto: Graber

HANAU. Paulius und Ricardas scheiterten bei ihrem Überfall auf das Juweliergeschäft in der Rosenstraße erstens an der wehrhaften Inhaberin und zweitens der Tatsache, dass an diesem Nachmittag gleich eine Vielzahl von Helden in der City unterwegs war. Da konnte es ja nichts werden mit dem Blitzcoup. Vermutlich standen sich die beiden Dösbaddel aber vor allem selbst im Wege. Vor Gericht übrigens auch: Es gab dreieinhalb und viereinhalb Jahre. Dumm gelaufen.

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