Wie geschält, so gehehlt

„Lumpen, Knochen, Alteisen …“ Dereinst kam der Wertstoffsammler, wie ihn Ludwig Richter auf dieser Federzeichnung darstellt, mit klingendem Spiel ins Dorf, und manch einer war froh, das olle Zeug los zu werden. Heute geht es in der Recyclingbranche um Buntmetall und viel Geld

HANAU. Mit seinem kuriosen Geständnis – Diebstahl ja, aber woanders – brachte Nayden M. die 2. Große Strafkammer in arge Bedrängnis: Immerhin war die vorliegende Anklage damit eigentlich keinen Schuss Pulver mehr wert, eine neue hätte her gemusst, ein Freispruch in der vorliegenden Sache wäre erst mal fällig gewesen. Und dann stand da noch die Sache mit dem möglichen „Strafklageverbrauch“ im Raum. Aber das Gericht löste den Fall auf elegante Weise – mit Nichtglauben des Geständnisses. Pfiffig!

Der Fahnder lässt die Puppen tanzen

Sie sind jung und brauchen das Geld: Die Damen im „Salon de la rue des Moulins“ warten auf die Gelegenheit für einen Private Dance (Henri de Toulouse Lautrec, 1894)

HANAU. Errol ohne Ende. Der Verdeckte Ermittler des Bundeskriminalamtes erzählt weiterhin Details aus seinem fröhlichen Beisammensein mit Lutz H. und Banu D., auch von seinem Trip nach Slowenien und dem feuchtfröhlichen Besuch im Nachtclub Belvedere. Es dient zwar nicht der Wahrheitsfindung, aber wenigstens ist ein bisschen Pikanterie dabei. 

Und täglich grüßt der Millberry-Mann

Kupfergewinnung im Bergwerk, wie sie der Renaissancemaler Herri met de Bles (16. Jhdt.) dargestellt hat, ist eine mühsame Sache. Aber auch taschenweiser Diebstahl muss anstrengend sein

HANAU. In Abbruchhäusern schlummern wahre Schätze. Buntmetalle, insbesondere das in Wasser- und Stromleitungen enthaltene Kupfer, bringen auf dem Recyclingmarkt gutes Geld. Nayden M. weiß das. Der kleine Schlawiner aus Bulgarien karrte das Halb­edelmetall, vorwiegend der besonders wertvollen Sorte Millberry, gleich tonnenweise auf seinem Fahrrad heran. Natürlich war’s geklaut. Jetzt steht er vor Gericht.

Deftiges aus der Indizienküche

Erstes Haus am Platz: Im „Kohlmayr’s“ zu Gmünd zeichnete Errol heimlich Gespräche mit den Zielpersonen auf. Von hier aus ging’s zur Herrenpartie nach Slowenien ©hotel-ami.de

HANAU. Im Prozess um den Mord an Jürgen Volke wird es immer skurriler. Mit vielen belastenden Bemerkungen hatte der unter Erfolgsdruck stehende Verdeckte Ermittler Errol in seinen Berichten an die Vorgesetzten versucht, aus offenbar konstruierten Verdachtsmomenten gegen Banu D. und Lutz H. ein Indiziennetz zu knüpfen. Nun erzählte VE3 im Zeugenstand, wie er mit dem Verdächtigen eine Sause nach Slowenien machte.

Adio Mexico

Na schön, es ist eine bezaubernde Destination, so blau das Meer, so fein der Strand: Cancún, die Perle Mexikos. Aber dafür Gefängnis riskieren? Auf räuberische Erpressung stehen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe.

HANAU. Aus der Fiesta Mexicana wurde nichts. Am Ende fehlten dem jungen Mann ein paar Hundert Euro für den Trip mit seiner Freundin ins Urlauberparadies  Cancún. Es fehlte ihm aber auch am Mut, es ihr zu gestehen. Er kam dann auf eine Idee. Eine saudumme Idee. Und deshalb steht er jetzt vor Gericht.

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Die Angst des Marders

Was Sie schon immer über Drogenpartys wissen wollten, sich aber nie zu fragen getrauten … und wohin das alles führt, zeigt z. B. der Film „Marihuana“ (1936) oder das wahre Leben eines Junkies wie Dietrich D. © Roadshow Attractions Inc.

HANAU. Der Marder (Martes foina) ist ein putziges Kerlchen, das die Nähe des Menschen sucht und sich bisweilen an den Gummiteilen von Automotoren gütlich gut. Umgangssprachlich bezeichnet man zweibeinige Bösewichte, die Fahrzeuge aufbrechen, um sie zu entwenden oder auszuräumen, ebenfalls als „Marder“. Sie sind nicht putzig. Sie sind bisweilen süchtig. Wie Dietrich D., der jetzt vom Landgericht verurteilt wurde (hier und hier). Sein Leben ist ein einziges Fiasko. 

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