Böser Onkel im Verdacht

Banu D. auf dem Weg zur Verhandlung. Rechts die Verteidiger Fuchs (vorn) und von Dahlen. ©Graber

HANAU. Sicher ist: Es wird ein Mammutverfahren. Der Prozess um den Mord an dem Hanauer Unternehmer Jürgen Volke vor dreieinhalb Jahren dürfte jedoch nicht einmal mit dem vielleicht im Spätsommer zu erwartenden Urteilsspruch zu Ende sein. Zu schwierig ist die Materie, zu unglücklich gestaltete sich der Start, und ob der Einsatz eines verdeckten Ermittlers, der den Fahndungserfolg schließlich herbeiführte, überhaupt gesetzeskonform war, na ja, da gibt es noch viel Klärungsbedarf. Schlussendlich wird der BGH wieder ran müssen.

In der Hitze der Nacht

Fremder, kommst du in eine kleine Stadt, benimm dich nach ihren Regeln. Und streichle nicht einfach die nächstbeste Frau, das kann Ärger geben. Filmplakat, USA, 1967, ©United Artists

HANAU. Möglicherweise wollte er nur ein paar Streicheleinheiten verteilen, der Mann aus Somalia, als er des nachts in Nidderau ein Auto anhielt, in dem die junge Maria saß. Er beugte sich über sie und … – ach was, lesen Sie selbst, warum er nun wegen eines versuchten Totschlags vor der 1. Großen Strafkammer sitzen muss.

Ein Freund, ein guter Freund …

Für diese drei Freunde, die Filmgeschichte schrieben, gab es nur zwei Themen: Frauen und Autos. Drogen? Niemals! ©Ufa („Die Drei von der Tankstelle“)

HANAU. Soufiane J. und kein Ende: Der Hanauer Strafrechtler Peter Müller zieht alle Register, um seinem Mandanten eine langjährige Haftstrafe zu ersparen. Aber wenn die Hoffnung wirklich zuletzt stirbt, so liegt sie nun doch schon im Koma. Auch die beiden Freunde des Angeklagten, die nun als Zeugen für Soufianes angebliche Drogensucht auftraten, werden daran mit ihren Aussagen nicht viel gerändert haben.

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Von Räubern und Helden

Tatort Rosenstraße: Überfälle auf Juweliergeschäfte sind am riskantesten, wenn viele Zeugen in der Nähe sind. Das wussten die beiden Nachwuchsgangster wohl nicht. ©Foto: Graber

HANAU. Paulius und Ricardas scheiterten bei ihrem Überfall auf das Juweliergeschäft in der Rosenstraße erstens an der wehrhaften Inhaberin und zweitens der Tatsache, dass an diesem Nachmittag gleich eine Vielzahl von Helden in der City unterwegs war. Da konnte es ja nichts werden mit dem Blitzcoup. Vermutlich standen sich die beiden Dösbaddel aber vor allem selbst im Wege. Vor Gericht übrigens auch: Es gab dreieinhalb und viereinhalb Jahre. Dumm gelaufen.

Bettelüberfall im Kreisverkehr

Der Tatort (Pfeil), ein Kreisel zwischen Hammersbach und Büdingen. Im Bettelgewerbe kommt man ganz schön rum: Herr C., der aus Rumänien stammt, war zuletzt in Berlin gemeldet. Abb.: ©GoogleEarth

HANAU. Die Masche des Ninel C. ist deshalb so verabscheuungswürdig, weil er Schindluder treibt mit unserer Hilfsbereitschaft: Er täuscht Pannen vor und zockt dann gutmütige Autofahrer ab. In zumindest einem Fall könnte er allerdings selbst in dieser Schlechtigkeit noch zu weit gegangen sein. Ninel C. ist angeklagt, weil er eine junge Frau, die ihm kein Geld geben wollte, mit einem Messer bedroht haben soll.

Da kriegste was gelernt!

Bei diesem Herrn wären Drogen sicherlich leicht nachweisbar gewesen. Er segnete 1970 das Zeitliche. Seine Musik ist unsterblich. ©Rockstarwallpapers

HANAU. Im Strafprozess geht es nicht nur um die hohe Kunst der Wahrheitsfindung. Manchmal tauchen die Beteiligten und das werte Publikum auch ein in die wunderbare Welt des Wissens. Hätten Sie zum Beispiel gedacht, dass Japaner die Haarwuchsweltmeister sind und bei Blondinen, ob echten oder falschen, Drogen im Haupthaar schwerer nachzuweisen sind als bei Leuten mit schwarzem Schopf? Tja gehste zur Verhandlung, kriegste was gelernt.

Antithetisch in die neue Runde

Banu D. in ihrer neuen Rolle als Angeklagte, umgeben von den Verteidigern Fuchs, Gärtner, Küster (v. l.) ©Dieter Graber

HANAU. Der Neuauftakt im Volkeprozess war nach der Anklageverlesung schon wieder zu Ende: Die Verteidiger von Banu D. monierten, das ihnen nicht alle Ermittlungsakten vorlägen. Sie bräuchten mehr Zeit zur Einarbeitung. Die sollen sie haben, entschied die 1. große Strafkammer: In vierzehn Tagen erst wird’s weitergehen in dem Verfahren um den Mord an dem Hanauer Unternehmer Jürgen Volke, der am 7. September 2013 in seinem Haus erschossen worden war.

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