Ausländerkriminalität

Ali schnuppert mal rein

Zelle im Jugendarrest Gelnhausen. Hier gibt’s vierzehn Tage all inclusive für Ali: Kein Alkohol, keine Drogen, aber früh aus den Federn und viel Leibesertüchtigung mit netten Animateuren. Foto: Graber

HANAU. Der deutsch-türkische Bengel Ali muss also doch in den Knast. Na ja, nur ein Schnupperkurs in Sachen Strafvollzug, vierzehn Tage gesiebte Luft, aber vielleicht ist der Warnschussarrest, den ihm das Jugendschöffengericht aufgebrummt hat, das geeignete Mittel, ihn zur Räson zu bringen. So weit, so gut. Was wir uns aber fragen, ist: Wie kommt so einer eigentlich an die deutsche Staatsbürgerschaft? 

Geschädigt und seziert

HANAU. Im Prozess gegen drei Asylbewerber, die eine junge Frau missbraucht haben, sagt nun das Opfer aus. Frau H. ist krank. Ein psychisches Leiden. Ist sie verrückt? Unglaubwürdig? Sexsüchtig? Eine Prostituierte? Und der Gipfel: Selber schuld an dem, was da in den Morgenstunden des 8. April 2017 am Mainufer passierte? Manchmal kam man kaum fassen, was sich in deutschen Gerichtssälen abspielt. 

Böser Ali, dicke Hose

Halbstarke prügeln sich, der wackere Wachtmeister schreitet ein, und alles ist wieder gut. So jedenfalls stellten es sich Jugendbuchautoren der 50-er Jahre und Politiker der Gegenwart vor. Zeichnung: Horst Lemke

HANAU. In den Zeitungen war jüngst von jugendlichen Banden zu lesen, die sich Massenkeilereien in Hanau und anderswo lieferten. Was sind das für Typen? Es sind Leute mit Migrationshintergrund. Leute wie Ali, der junge Intensivtäter. Einer, der nichts kann und obendrein zu faul ist, etwas zu arbeiten. Die Politik, namentlich der Hanauer Oberbürgermeister, aber auch die Polizei reden das schön. Alles nicht so wild! Jugendlicher Übermut und so … Nun steht Ali vor Gericht. Mal wieder. Und nicht zum letzten Mal. 

Wechselseitig auf der Zeugin

Unten am Fluss passieren die schlimmsten Sachen. Nicht nur im Film. Sondern mitten in Deutschland.

HANAU/MAINTAL. Drei Männer missbrauchen eine Frau morgens am Mainufer. Sie kamen als angebliche Flüchtlinge nach Deutschland. Obwohl sie gar keine sind, haben sie eine Aufenthaltsduldung. Sie leben vom Amt, verbringen ihre Zeit mit saufen und herumlungern. Es ist eine Geschichte aus einer Republik, die sich selbst aufgegeben hat. 

Wie geschält, so gehehlt

„Lumpen, Knochen, Alteisen …“ Dereinst kam der Wertstoffsammler, wie ihn Ludwig Richter auf dieser Federzeichnung darstellt, mit klingendem Spiel ins Dorf, und manch einer war froh, das olle Zeug los zu werden. Heute geht es in der Recyclingbranche um Buntmetall und viel Geld

HANAU. Mit seinem kuriosen Geständnis – Diebstahl ja, aber woanders – brachte Nayden M. die 2. Große Strafkammer in arge Bedrängnis: Immerhin war die vorliegende Anklage damit eigentlich keinen Schuss Pulver mehr wert, eine neue hätte her gemusst, ein Freispruch in der vorliegenden Sache wäre erst mal fällig gewesen. Und dann stand da noch die Sache mit dem möglichen „Strafklageverbrauch“ im Raum. Aber das Gericht löste den Fall auf elegante Weise – mit Nichtglauben des Geständnisses. Pfiffig!

Und täglich grüßt der Millberry-Mann

Kupfergewinnung im Bergwerk, wie sie der Renaissancemaler Herri met de Bles (16. Jhdt.) dargestellt hat, ist eine mühsame Sache. Aber auch taschenweiser Diebstahl muss anstrengend sein

HANAU. In Abbruchhäusern schlummern wahre Schätze. Buntmetalle, insbesondere das in Wasser- und Stromleitungen enthaltene Kupfer, bringen auf dem Recyclingmarkt gutes Geld. Nayden M. weiß das. Der kleine Schlawiner aus Bulgarien karrte das Halb­edelmetall, vorwiegend der besonders wertvollen Sorte Millberry, gleich tonnenweise auf seinem Fahrrad heran. Natürlich war’s geklaut. Jetzt steht er vor Gericht.

Besser: Konsequenzen ziehen

HANAU. Sieht so aus, als sei das Verhältnis zwischen Polizei und Landgerichtsspitze ein wenig getrübt. Es geht um die deutliche Kritik von Präsidentin Susanne Wetzel an der Ermittlungsarbeit im Fall des angeblich unbegleiteten minderjährigen Flüchtlings Dawit W., der seinen Freund in Schlüchtern massakrierte (hier). In ihrer Urteilsbegründung war von der Jugendkammervorsitzenden unter anderem moniert worden, die Beamten hätten ein Altersbestimmungsgutachten einzuholen versäumt. Dann wäre nämlich rechtzeitig herausgekommen, dass W. bereits mindestens sechsundzwanzig ist.

Good Cops, Bad Cops

Hielt seine Mimik während des Prozesses eingefroren, schlägt nun aber artig die Hände vors Gesicht: Dawit W. ist gar kein Minderjähriger mehr. Donnerwetter, wer hätte das gedacht! Abb.: Graber

HANAU. Dawit W. kriegt neuneinhalb Jahre, zeigt keine Reue, geht aber in die Revision. Die Richterin macht die Polizei fertig, die Staatsanwaltschaft ist verwundert, das Opfer bleibt verschwunden, ein Gutachter redet dummes Zeug, und am Ende jenes kuriosen Verfahrens um eine bizarre Tat bleibt folgendes Resümee: In der Flüchtlingsfrage wird geheuchelt und gelogen, was das Zeug hält, und viele verdienen prächtig daran, auf Kosten der Steuerzahler, versteht sich. 

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