Ausländerkriminalität

Von Räubern und Helden

Tatort Rosenstraße: Überfälle auf Juweliergeschäfte sind am riskantesten, wenn viele Zeugen in der Nähe sind. Das wussten die beiden Nachwuchsgangster wohl nicht. ©Foto: Graber

HANAU. Paulius und Ricardas scheiterten bei ihrem Überfall auf das Juweliergeschäft in der Rosenstraße erstens an der wehrhaften Inhaberin und zweitens der Tatsache, dass an diesem Nachmittag gleich eine Vielzahl von Helden in der City unterwegs war. Da konnte es ja nichts werden mit dem Blitzcoup. Vermutlich standen sich die beiden Dösbaddel aber vor allem selbst im Wege. Vor Gericht übrigens auch: Es gab dreieinhalb und viereinhalb Jahre. Dumm gelaufen.

Bettelüberfall im Kreisverkehr

Der Tatort (Pfeil), ein Kreisel zwischen Hammersbach und Büdingen. Im Bettelgewerbe kommt man ganz schön rum: Herr C., der aus Rumänien stammt, war zuletzt in Berlin gemeldet. Abb.: ©GoogleEarth

HANAU. Die Masche des Ninel C. ist deshalb so verabscheuungswürdig, weil er Schindluder treibt mit unserer Hilfsbereitschaft: Er täuscht Pannen vor und zockt dann gutmütige Autofahrer ab. In zumindest einem Fall könnte er allerdings selbst in dieser Schlechtigkeit noch zu weit gegangen sein. Ninel C. ist angeklagt, weil er eine junge Frau, die ihm kein Geld geben wollte, mit einem Messer bedroht haben soll.

Da kriegste was gelernt!

Bei diesem Herrn wären Drogen sicherlich leicht nachweisbar gewesen. Er segnete 1970 das Zeitliche. Seine Musik ist unsterblich. ©Rockstarwallpapers

HANAU. Im Strafprozess geht es nicht nur um die hohe Kunst der Wahrheitsfindung. Manchmal tauchen die Beteiligten und das werte Publikum auch ein in die wunderbare Welt des Wissens. Hätten Sie zum Beispiel gedacht, dass Japaner die Haarwuchsweltmeister sind und bei Blondinen, ob echten oder falschen, Drogen im Haupthaar schwerer nachzuweisen sind als bei Leuten mit schwarzem Schopf? Tja gehste zur Verhandlung, kriegste was gelernt.

Haarige Sache

HANAU. Die Geschichte von Soufiane J., dem miesen kleinen Räuber, der Schüler auf einem Spielplatz überfiel und sich von einer couragierten Tankstellenkassiererin in die Flucht schlagen ließ, zeigt einmal mehr den Zustand unserer Justiz: Vor lauter Angst, etwas falsch zu machen, was der Bundesgerichtshof dem Gericht in der Revision unter die Nase reiben könnte, wird begutachtet, was das Zeug hält. Nun geht es sogar um die Frage, wie schnell die Haare des Angeklagten wachsen

Vampir auf Koks

Beißt sich so durch: Blutsauger kommen in den besten Familien vor. ©Friedrich-Murnau-Stiftung

HANAU. Wenn’s schlecht läuft für Soufiane J., 27, muss er für sieben oder acht Jahre in den Bau. Drei Raubüberfälle mit einem Messer sind halt kein Pappenstiel. Deshalb macht Soufiane L. auf schwer drogensüchtig. Er rechnet sich „verminderte Schuldfähigkeit“ aus. Vielleicht ist er aber auch nur ein fauler Hund, der seine eigene Familie beklaut, erpresst, terrorisiert. Zu diesem Schluss könnte man kommen, nachdem seine Eltern und Geschwister ausgesagt haben.

Rabatt mit Juristenalgebra

HANAU/ERLENSEE. Es bleibt dabei: Taher, Jamea (beide 19) und Ali (24) müssen ins Gefängnis. In der Berufungsverhandlung reduzierte die 2. Jugendkammer zwar das Strafmaß. Bewährung aber war für keinen der Angeklagten drin, die zur sogenannten „Erlenseebande“ gehörten und schon seit frühester Jugend straffällig wurden.

Wo Justiz versagt

Im Hollywood der 30er Jahre brauchte es nur einen verständigen Pater, und schon klappte es mit den Halbstarken. Die Polizei und die Bewohner von Erlensee haben da andere Erfahrungen gemacht. ©MGM

HANAU/ERLENSEE. Vor der 2. Jugendkammer des Landgerichts müssen sich drei junge Männer verantworten. Sie sollen Mitglieder einer Bande gewesen sein, die in Erlensee zahlreiche Straftaten beging und die Bewohner terrorisierte. Dem Trio wird unter anderem vorgeworfen, einen Automaten mit Gas aufgesprengt und einen Behinderten beraubt zu haben. Das ist schlimm genug. Schlimmer noch ist, dass man dies hätte kommen sehen können.

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