Ausländerkriminalität

Beinahe lebenslänglich

Vorm Urteil im Fokus der Medien: Mostafa und Mohammad A. (verdeckt) mit den Anwälten Freydank (links) und Hablizel. Foto: Graber

HANAU. Mostafa A. (22), der seine hochschwangere Schwester Ramia erstach, wurde vom Landgericht wegen Totschlags zu zwölf Jahren verurteilt. Die Kammer machte klar, dass er haarscharf an einer lebenslangen Freiheitsstrafe vorbeigekommen sei. Sein Bruder Mohammad (26) bekam neun Monate wegen Körperverletzung. Er hatte seinen Schwager im Streit geschlagen und gewürgt.

Ein Ehrenmord oder so ähnlich

Der Ankläger und der Medienrummel: Oberstaatsanwalt Heinze (hier am ersten Prozesstag) hielt ein bemerkenswertes emotionales Plädoyer. Foto: Graber

HANAU. Im Verfahren gegen Mostafa A. (22), der seine hochschwangere Schwester Ramia erstach, forderte der Staatsanwalt gestern eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Totschlags in besonders schwerem Fall. Sein Bruder Mohammad soll wegen Körperverletzung zu einer 14-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt werden. Er hatte seinen Schwager Ayman A. im Streit geschlagen und gewürgt. Übrigens: Allein die Schlussvorträge von Anklage und Verteidigung waren den Prozessbesuch wert.

Von Sex, Geld und Ehre

Wiedersehen in Saal 215: Mostafa (vorn) und Mohammad umarmen sich vor Prozessbeginn. Der Haftbefehl gegen den Älteren war aufgehoben worden (links dessen Verteidiger Reiner Freydank). Foto: Graber

HANAU. Mostafa sagt, er habe es getan. Er allein. Sein Bruder, der Mohammad, sei unschuldig an allem, was am Abend des 7. Januar im Haus Freigerichtsstraße 10 in Hanau vorgefallen ist. An diesem Tag hatte Mostafa seine schwangere Schwester Ramia mit fünfzehn Messerstichen getötet. Auch das ungeborene Kind verlor sein Leben. Nun begann vor der 1. Schwurgerichtskammer der Prozess gegen die beiden jungen Syrer, die 2015 als Flüchtlinge nach Deutschland kamen.

Harter Bursche, wachsweich

Kommen bei Nacht und Nebel, schlagen zu und sind wieder weg: Banden aus Osteuropa. ©Marc Malès: „Die Packard Gang“, Verlag Schreiber & Leser

GELNHAUSEN. Was sind das für Leute, die als Einbrecher nach Deutschland reisen? Pawel war so einer, ein unbedarfter junger Mann aus Polen, der sich für paar Euro überreden ließ, Autoteile zu stehlen. Er wurde gefasst. Vor Gericht wird aus dem anfänglich so selbstsicheren Angeklagten ein verschüchtertes Bürschchen. Er ist nur ein kleines Licht. Die Hintermänner werden selten gefasst.

Opfer gelassen, Täter entnervt

Eine Knarre allein macht noch keinen harten Burschen und garantiert erst recht keinen Erfolg beim Raubüberfall. Foto: Donald Pleasance in „Halloween“, 1978

HANAU. Ferhat soll einer der Räuber gewesen sein, die vor zwei Jahren einen Caravanverleih in Maintal-Dörnigheim überfielen. Vor dem Landgericht erzählt Ferhat aus seinem Leben; von Drogen, Spielsucht, hohen Schulden. Und dann dieses dilettantische Gewaltverbrechen. Vielleicht wäre alles ganz anders gekommen, wenn sich die aus der Türkei stammende Familie mal besser integriert hätte in Deutschland. Aber das ist ja das alte Lied …

Der Einbrecher mit den vielen Namen

Über die Balkanroute hierher: Die vielbefahrene, von Mehrfamilienhäusern gesäumte Fasaneriestraße war Ziel der Roma-Einbrecher

HANAU. Dani K. kam als Einbruchstourist aus Serbien nach Deutschland. Er verwendete mehrere Namen, wahrscheinlich, um die Behörden zu täuschen. Er stammt aus dem Roma-Ghetto von Loznica. Das bedeutet: Armut in Reinform. Im Gerichtssaal erzählt er aus seinem traurigen Leben. Aber darf man mit so einem Mitleid haben?

Die Scham des Opfers, ein Opfer zu sein

HANAU. Herr K. hat einen Fehler begangen. Aus Gutmütigkeit. Und auf einmal stand dieses Gaunerpärchen in seiner Wohnung, mutmaßlich Osteuropäer, dann waren das Portemonnaie weg und eine Perlenkette auch. Die mehrfach einschlägig vorbestrafte Angeklagte leugnet nun ihre Beteiligung an der Tat, und Herr K. schämt sich. Verrückte Welt …

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