BGH

Pfusch am Recht

HANAU/KARLSRUHE. Da lief der scheidende Gottvater der Rechtsprechung aber noch mal zu ganz großer Form auf. Unter Vorsitz von Thomas Fischer verriss der 2. BGH-Senat das Klockurteil vom August 2015 und gab es den Hanauer Richtern nun schriftlich: Lauter Rechtsfehler wären ihnen unterlaufen. Sonst hätte das Ergebnis ihrer Beweisaufnahme anders ausgesehen. Zum Unterschreiben ist Fischer übrigens nicht mehr gekommen. Krankheitshalber, wie es heißt.

Klock: BGH entscheidet im Januar

HANAU. Der Bundesgerichtshof befasst sich demnächst mit dem wohl aufsehenerregendsten Kriminalfall der Nachkriegszeit in Hanau: Am 25. Januar prüft der 2. Senat in öffentlicher Verhandlung den Revisionsantrag der Staatsanwaltschaft im Fall Klock, mehr als eineinhalb Jahre nach den spektakulären Freisprüchen für die beiden Angeklagten.

Automatensprenger: Mehr als Rabatt nicht drin

HANAU. Die 2. Große Strafkammer bleibt dabei – es war versuchter Mord! Olaf H. und Denis D. hätten ihrem Komplizen Manfred O. ärztliche Hilfe vorenthalten, um nicht selbst mit der vorausgegangenen Straftat, der Sprengung eines Fahrkartenautomaten, in Verbindung gebracht zu werden. Wegen der langen Dauer des Revisionsverfahrens beim BGH bekam Olaf H. vier Monate „Rabatt" (auf sieben Jahre aus dem ersten Urteil), Denis D. zwei Monate (auf fünf Jahre).

Fahr'n, fahr'n, fahr'n auf der Autobahn

HANAU. Am zweiten Verhandlungstag im wieder aufgerollten Prozess um den Tod von Manfred A. (47) schilderte der Angeklagte Olaf H. (37) die nächtliche Fahrt mit dem Sterbenden auf dem Rücksitz: „Wir wollten ihn in ein Krankenhaus bringen – aber ich kannte nur das in Salmünster.“ Er sagt auch: „Manni war mein Freund.“ Er habe sich von ihm überreden lassen, bei der Sprengung des Fahrkartenautomaten mitzumachen. Eine Kripokommissarin aber sieht es anders.

Sterben auf dem Rücksitz

HANAU. Vor der 2. Großen Strafkammer begann das Verfahren gegen zwei Männer, die einen Fahrkartenautomaten aufgesprengt hatten, wobei ihr Komplize tödlich verletzt wurde. Sie erbeuteten nur 391,20 Euro in Münzen. Der Schaden betrug 70.000 Euro. Das erste Urteil, unter anderem wegen Mordversuchs, war vom BGH aufgehoben worden.

Automatensprenger: Vom Wissen und vom Willen

HANAU. Der Prozess gegen die Automatensprenger Denis D. (54) und Olaf H. (37) muss zumindest in Teilen neu aufgerollt werden. Die beiden Männer aus Schlüchtern waren vor zwei Jahren von der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts unter anderem wegen versuchten Mordes zu fünf, bzw. sieben Jahren verurteilt worden. Nun hob der Bundesgerichtshof den Hanauer Schuldspruch auf. Die Revision von Olaf H. hatte Erfolg – für beide Angeklagte.