Flüchtlinge

Auftritt der älteren Damen

HANAU. So ist das nun mal mit dem Strafrecht: Im Mittelpunkt stehen die Täter, nicht die Opfer. Sie treten als Geschädigte auf, als Zeugen – und manchmal wird überdies noch ihre Krankengeschichte im Prozess breitgetreten. So war das auch im Fall der drei Flüchtlinge, die eine junge Frau missbrauchten. Jetzt wurden die Urteile gesprochen: Freiheits­strafen zwischen drei Jahren und drei Jahren, neun Monaten.  

Geschädigt und seziert

HANAU. Im Prozess gegen drei Asylbewerber, die eine junge Frau missbraucht haben, sagt nun das Opfer aus. Frau H. ist krank. Ein psychisches Leiden. Ist sie verrückt? Unglaubwürdig? Sexsüchtig? Eine Prostituierte? Und der Gipfel: Selber schuld an dem, was da in den Morgenstunden des 8. April 2017 am Mainufer passierte? Manchmal kam man kaum fassen, was sich in deutschen Gerichtssälen abspielt. 

Wechselseitig auf der Zeugin

Unten am Fluss passieren die schlimmsten Sachen. Nicht nur im Film. Sondern mitten in Deutschland.

HANAU/MAINTAL. Drei Männer missbrauchen eine Frau morgens am Mainufer. Sie kamen als angebliche Flüchtlinge nach Deutschland. Obwohl sie gar keine sind, haben sie eine Aufenthaltsduldung. Sie leben vom Amt, verbringen ihre Zeit mit saufen und herumlungern. Es ist eine Geschichte aus einer Republik, die sich selbst aufgegeben hat. 

Besser: Konsequenzen ziehen

HANAU. Sieht so aus, als sei das Verhältnis zwischen Polizei und Landgerichtsspitze ein wenig getrübt. Es geht um die deutliche Kritik von Präsidentin Susanne Wetzel an der Ermittlungsarbeit im Fall des angeblich unbegleiteten minderjährigen Flüchtlings Dawit W., der seinen Freund in Schlüchtern massakrierte (hier). In ihrer Urteilsbegründung war von der Jugendkammervorsitzenden unter anderem moniert worden, die Beamten hätten ein Altersbestimmungsgutachten einzuholen versäumt. Dann wäre nämlich rechtzeitig herausgekommen, dass W. bereits mindestens sechsundzwanzig ist.

Good Cops, Bad Cops

Hielt seine Mimik während des Prozesses eingefroren, schlägt nun aber artig die Hände vors Gesicht: Dawit W. ist gar kein Minderjähriger mehr. Donnerwetter, wer hätte das gedacht! Abb.: Graber

HANAU. Dawit W. kriegt neuneinhalb Jahre, zeigt keine Reue, geht aber in die Revision. Die Richterin macht die Polizei fertig, die Staatsanwaltschaft ist verwundert, das Opfer bleibt verschwunden, ein Gutachter redet dummes Zeug, und am Ende jenes kuriosen Verfahrens um eine bizarre Tat bleibt folgendes Resümee: In der Flüchtlingsfrage wird geheuchelt und gelogen, was das Zeug hält, und viele verdienen prächtig daran, auf Kosten der Steuerzahler, versteht sich. 

Das große Vergessen

HANAU/SCHLÜCHTERN. Weg isser, der Mustafa. Verdrückt hat er sich, angeblich in die Schweiz, obwohl er doch das Opfer ist und viel beitragen könnte zur Aufklärung dieser seltsamen Tat, bei der ihm schlimme Verletzungen zugefügt worden waren. Doch es gibt da offenbar auch eine andere Seite dieses „unbegleiteten minderjährigen Flüchtlings“.

Die Leiden des jungen W.

HANAU. Keine Tat ohne Motiv. Aber welches hatte Dawit W., der seinen Freund Mustafa auf furchtbare Weise malträtierte, so dass der sein Augenlicht verlor? Es gibt da einen Ansatz. Richterin Wetzel bringt ihn ins Gespräch: eine gleichgeschlechtliche Affäre. Und sonst? Nun, das Bild von Dawit W. als Vorzeigeflüchtling hat ein paar arge Flecken bekommen. 

Gemetzel im Bergwinkel

Abgetaucht hinterm Aktendeckel: Dawit W. mit seinem Verteidiger Ulrich Will. Foto: Dieter Graber

HANAU. Dawit D. aus Eritrea massakriert am 7. Oktober 2016 seinen Freund Mustafa auf bestialische Weise. Er sticht ihm in den Hals, schneidet ihm die Augenlider ab, beißt ihm Stücke aus den Ohrmuscheln. Ein Streit unter Flüchtlingen, der eskalierte? Die Tat trägt rituelle Züge, es gibt zunächst kein plausibles Motiv. Und im Prozess schweigt der Angeklagte. 

Rabatt mit Juristenalgebra

HANAU/ERLENSEE. Es bleibt dabei: Taher, Jamea (beide 19) und Ali (24) müssen ins Gefängnis. In der Berufungsverhandlung reduzierte die 2. Jugendkammer zwar das Strafmaß. Bewährung aber war für keinen der Angeklagten drin, die zur sogenannten „Erlenseebande“ gehörten und schon seit frühester Jugend straffällig wurden.

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