Jugendbanden

Ali schnuppert mal rein

Zelle im Jugendarrest Gelnhausen. Hier gibt’s vierzehn Tage all inclusive für Ali: Kein Alkohol, keine Drogen, aber früh aus den Federn und viel Leibesertüchtigung mit netten Animateuren. Foto: Graber

HANAU. Der deutsch-türkische Bengel Ali muss also doch in den Knast. Na ja, nur ein Schnupperkurs in Sachen Strafvollzug, vierzehn Tage gesiebte Luft, aber vielleicht ist der Warnschussarrest, den ihm das Jugendschöffengericht aufgebrummt hat, das geeignete Mittel, ihn zur Räson zu bringen. So weit, so gut. Was wir uns aber fragen, ist: Wie kommt so einer eigentlich an die deutsche Staatsbürgerschaft? 

Böser Ali, dicke Hose

Halbstarke prügeln sich, der wackere Wachtmeister schreitet ein, und alles ist wieder gut. So jedenfalls stellten es sich Jugendbuchautoren der 50-er Jahre und Politiker der Gegenwart vor. Zeichnung: Horst Lemke

HANAU. In den Zeitungen war jüngst von jugendlichen Banden zu lesen, die sich Massenkeilereien in Hanau und anderswo lieferten. Was sind das für Typen? Es sind Leute mit Migrationshintergrund. Leute wie Ali, der junge Intensivtäter. Einer, der nichts kann und obendrein zu faul ist, etwas zu arbeiten. Die Politik, namentlich der Hanauer Oberbürgermeister, aber auch die Polizei reden das schön. Alles nicht so wild! Jugendlicher Übermut und so … Nun steht Ali vor Gericht. Mal wieder. Und nicht zum letzten Mal.