Jugendkriminalität

Saufen, kiffen, abkassieren

Feine Adresse für „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“, die es anderswo nicht so toll fanden: Schloß Hausen. Foto: Graber

HANAU/SCHLÜCHTERN. Dawit W. aus Eritrea hat seinen Freund Mus­tafa auf besti­alische Weise massakriert. Er stach ihm in den Hals, schnitt ihm die Augenlider ab und Stücke aus den Ohrmu­scheln. Angeblich soll es um 50 Euro gegangen sein. Im Prozess schweigt er, obwohl es wahrlich besser wäre für ihn, sich zur Sache zu äußern. Das Verfahren gewährt aber vor allem Einblick in die wirkliche Flüchtlingswelt, jenseits aller Gutmenschenromantik.

Mob lässt Prozess platzen

Vorbild El Patrón: Escobar nach seiner ersten Festnahme. Er regelte das Verfahren auf seine Weise: Nachdem zwei Belastungszeugen plötzlich „verstorben“ waren, wurde der Fall eingestellt. Foto: Polizei Medellin

HANAU. Ein Vorfall, der sich kürzlich vor dem Hanauer Jugendschöffenge­richt ereignete, beschäftigt Staatsan­waltschaft und Polizei. Offenbar ist es einer Gruppe Jugendlicher gelungen, durch rüpelhaftes Benehmen und ag­gressives Auftreten während der Ver­handlung einen Prozess platzen zu lassen. Es besteht der Verdacht, dass Zeugen bedroht und Schöffen im Ge­richtssaal fotografiert wurden. 

Kein Rabatt für Panzerknacker

Schlimme Assoziation: An „Bilder aus dem Irakkrieg“ fühlte sich Anwalt Schmelzer durch die Umstände der Festnahme erinnert. Filmplakat „Road to Guantanamo“, 2006

HANAU. Wurde die Polizei übergriffig, als sie vier jungen Straftätern, die auf dem Weg zu einem schweren Verbrechen waren, die Sicht nahm, nachdem sie aus ihrem Auto gezerrt worden waren? Jetzt fielen die Urteile gegen die Panzerknacker von Erlensee. Die Rechnung des Verteidigers ging nicht auf. Zu Recht!

Böser Bube auf der Flucht

HANAU. Gabriel ist weg. Kürzlich, als sie ihn morgens aus der Jugendhaftanstalt Rockenberg zu seiner Verhandlung nach Hanau bringen wollten, ist er ausgebüxt. Vor dem Justizgebäude in der Nußallee. Weil sie ihn nicht gefesselt hatten, wie es sich gehört bei einem Burschen, der die Polizei und das Jugendamt und das Gericht beschäftigt wie kaum ein anderer.

Sprengstoff im Hühnerstall

„Böses Gewerbe bringt bösen Lohn“, wusste schon Schiller. In diesem Fall haben unsere vier Gesellen noch mal Glück gehabt, dass die Polizei in der Nähe war und vielleicht Schlimmeres verhinderte. ©Filmsonor, 1953

HANAU. Netter Versuch eines Verteidigers im Prozess gegen die vier Dösbaddel aus Erlensee: Sie seien, sagt er, bei der Festnahme unrechtmäßig behandelt worden. Die Polizei hätte ihnen die Sicht mit einer Maske, bzw. mit Schlafbrillen genommen, nachdem sie aus ihrem Auto gezerrt worden waren. Das sei ein kriegsmäßiges Vorgehen. Er fordert deshalb Strafmilderung. Darauf muss man erst mal kommen.

Große Pläne, kleine Leuchten

Das zeichnet den erfolgreichen Safeknacker aus: Er trägt Maßanzug, bedient sich moderner Technik und gelangt lautlos zum Ziel. ©United Artists

HANAU/ERLENSEE. Das Fleisch war willig, der Geist hingegen schwach. Vier junge Leute aus Erlensee planten die großen Coups: Sie wollten Geld- und Fahrkartenautomaten mit einem Gasgemisch aufsprengen. Wenn es nicht so ernst wäre, man könnte lachen über die Dummköpfe mit Migrationshintergrund.

Je mehr Zeugen, desto weniger Schuld

HANAU. Der Baseballschlägerprozess gegen die Brüder Dominik und Julien wurde mit der Vernehmung weiterer Zeugen fortgesetzt. Allerdings konnte sich Anna-Maria C. nicht erinnern, dass das spätere Opfer, wie von ihm angegeben, vor der Tat ihre Gaststätte in Steinheim aufgesucht hatte. Aber was hat das zu bedeuten für die Wahrheitsfindung?

Rabatt mit Juristenalgebra

HANAU/ERLENSEE. Es bleibt dabei: Taher, Jamea (beide 19) und Ali (24) müssen ins Gefängnis. In der Berufungsverhandlung reduzierte die 2. Jugendkammer zwar das Strafmaß. Bewährung aber war für keinen der Angeklagten drin, die zur sogenannten „Erlenseebande“ gehörten und schon seit frühester Jugend straffällig wurden.

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