Kupfer

Wie geschält, so gehehlt

„Lumpen, Knochen, Alteisen …“ Dereinst kam der Wertstoffsammler, wie ihn Ludwig Richter auf dieser Federzeichnung darstellt, mit klingendem Spiel ins Dorf, und manch einer war froh, das olle Zeug los zu werden. Heute geht es in der Recyclingbranche um Buntmetall und viel Geld

HANAU. Mit seinem kuriosen Geständnis – Diebstahl ja, aber woanders – brachte Nayden M. die 2. Große Strafkammer in arge Bedrängnis: Immerhin war die vorliegende Anklage damit eigentlich keinen Schuss Pulver mehr wert, eine neue hätte her gemusst, ein Freispruch in der vorliegenden Sache wäre erst mal fällig gewesen. Und dann stand da noch die Sache mit dem möglichen „Strafklageverbrauch“ im Raum. Aber das Gericht löste den Fall auf elegante Weise – mit Nichtglauben des Geständnisses. Pfiffig!

Und täglich grüßt der Millberry-Mann

Kupfergewinnung im Bergwerk, wie sie der Renaissancemaler Herri met de Bles (16. Jhdt.) dargestellt hat, ist eine mühsame Sache. Aber auch taschenweiser Diebstahl muss anstrengend sein

HANAU. In Abbruchhäusern schlummern wahre Schätze. Buntmetalle, insbesondere das in Wasser- und Stromleitungen enthaltene Kupfer, bringen auf dem Recyclingmarkt gutes Geld. Nayden M. weiß das. Der kleine Schlawiner aus Bulgarien karrte das Halb­edelmetall, vorwiegend der besonders wertvollen Sorte Millberry, gleich tonnenweise auf seinem Fahrrad heran. Natürlich war’s geklaut. Jetzt steht er vor Gericht.