Revision

BGH geht in die Verlängerung

HANAU/KARLSRUHE. Nun doch erst nächste Woche wird die Entscheidung des Bundesgerichtshofs über eine Revision im Fall Klock verkündet. Zwar befasste sich der 2. Strafsenat bereits in öffentlicher Verhandlung mit den Anträgen von Staatsanwaltschaft, Nebenklägern und der Verteidigung. Über eine Stunde lang trugen die Parteien ihre jeweilige Sicht auf das bemerkenswerte Urteil des Hanauer Landgerichts vom 5. August 2015 vor (Freisprüche wegen Notwehr, bzw. Nothilfe). Am Abend hieß es dann, entgegen einer ersten Ankündigung für den Vormittag, der Termin sei auf den 1. Februar verschoben worden. Prozessbeobachter schlussfolgern daraus, dass sich der 2. Senat noch genauer in den Fall einarbeiten will. Dazu auch unser Kommentar.

Automatensprenger: Mehr als Rabatt nicht drin

HANAU. Die 2. Große Strafkammer bleibt dabei – es war versuchter Mord! Olaf H. und Denis D. hätten ihrem Komplizen Manfred O. ärztliche Hilfe vorenthalten, um nicht selbst mit der vorausgegangenen Straftat, der Sprengung eines Fahrkartenautomaten, in Verbindung gebracht zu werden. Wegen der langen Dauer des Revisionsverfahrens beim BGH bekam Olaf H. vier Monate „Rabatt" (auf sieben Jahre aus dem ersten Urteil), Denis D. zwei Monate (auf fünf Jahre).

Fahr'n, fahr'n, fahr'n auf der Autobahn

HANAU. Am zweiten Verhandlungstag im wieder aufgerollten Prozess um den Tod von Manfred A. (47) schilderte der Angeklagte Olaf H. (37) die nächtliche Fahrt mit dem Sterbenden auf dem Rücksitz: „Wir wollten ihn in ein Krankenhaus bringen – aber ich kannte nur das in Salmünster.“ Er sagt auch: „Manni war mein Freund.“ Er habe sich von ihm überreden lassen, bei der Sprengung des Fahrkartenautomaten mitzumachen. Eine Kripokommissarin aber sieht es anders.

Sterben auf dem Rücksitz

HANAU. Vor der 2. Großen Strafkammer begann das Verfahren gegen zwei Männer, die einen Fahrkartenautomaten aufgesprengt hatten, wobei ihr Komplize tödlich verletzt wurde. Sie erbeuteten nur 391,20 Euro in Münzen. Der Schaden betrug 70.000 Euro. Das erste Urteil, unter anderem wegen Mordversuchs, war vom BGH aufgehoben worden.

Automatensprenger: Vom Wissen und vom Willen

HANAU. Der Prozess gegen die Automatensprenger Denis D. (54) und Olaf H. (37) muss zumindest in Teilen neu aufgerollt werden. Die beiden Männer aus Schlüchtern waren vor zwei Jahren von der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts unter anderem wegen versuchten Mordes zu fünf, bzw. sieben Jahren verurteilt worden. Nun hob der Bundesgerichtshof den Hanauer Schuldspruch auf. Die Revision von Olaf H. hatte Erfolg – für beide Angeklagte.

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