Unterlassene Hilfe

Schlappe für den Staatsanwalt

HANAU. Die 2. Große Straf­kammer des Landgerichts verur­teilte fünf junge Männer im Fall des Toten vor der Kreisrealschule Gelnhausen wegen unterlassener Hilfeleistung zu milden Strafen – vorwiegend Verwarnungen mit Arbeitsauflagen. Ein Tötungsdelikt vermochte die Strafkammer – anders als die Staatsanwaltschaft – aber nicht zu erkennen.

 

Tödliche Tüte

Wundertüte aus Kindertagen: Was da wohl drin ist? Es gab sie dereinst für zehn Pfennig, und sie enthielt allerhand unnützes Zeug. Das ist heute nicht anders in Kifferkreisen, die Überraschung kann aber üble Folgen haben. ©Doc.Heintz

HANAU. Vor der Jugendkammer des  Hanauer Landgerichts stehen fünf junge Männer. Sie hatten mit einem 28-Jährigen nachts an der Kreisrealschule in Gelnhausen einen Joint geraucht, plötzlich war er zusammengebrochen. Aber sie holten keine Hilfe, machten sich aus dem Staub – er starb. Ursprünglich hätte der Fall vor dem Amtsgericht verhandelt werden sollen, das OLG entschied anders auf Antrag der Staatsanwaltschaft.