Verdeckte Ermittler

Two to the chest

Hassausbruch beim Anblick des Opfers (rechts): Moderator Rudi Cerne präsentierte den Mordfall Jürgen Volke in „Aktenzeichen XY... ungelöst". ©ZDF

HANAU. An markigen Sprüchen war Lutz H., angeklagt wegen Mordes an seinem Schwager Jürgen Volke, nie verlegen. „Zwei in die Brust, eine in den Kopf“ lautet einer. Ist aber keineswegs eine Rechenaufgabe für Berufskiller, sondern eine (tödliche) Verteidigungstaktik amerikanischer Polizisten für den Notfall, bekannt unter der Bezeichnung „Mozambique Drill“. Im Gespräch mit den Verdeckten Ermittlern hatte Lutz H. seinerzeit seine Version des Tathergangs zum Besten gegeben. 

Geschichten vom „umgelegten“ Schwager

Näschen für Polizeispitzel: Banu D., hier mit ihren Verteidigern Fuchs und Küster, hegte zumindest kurzfristig mal einen Verdacht gegen Ayse. Foto: Graber

HANAU. Das hat die Kammer nun davon: Im Volkeprozess muss sie sich mit Banalitäten herumschlagen, die sich, fett gedruckt oder kursiv, in den Protokollen der Spitzel VE1 und VE3 finden. Mühsam schleppt sich das Verfahren dahin, ohne dass es bisher auch nur die Spur eines Beweises für die Schuld der Angeklagten gegeben hätte. 

Hinterm Vorhang wird gewienert

„Die Wirklichkeit ist eine Sense für Ideale“: Helmut Qualtinger (1928-1986), österreichischer Kabarettist und Schauspieler

HANAU. So langsam nimmt dieser Prozess leicht possenhafte Züge an. Ayse (VE1) berichtet aus dem Familienleben der Zielpersonen – über Zärtlichkeiten, verräucherte Stuben, kleine Schwindeleien und den „Wildererball“, auf dem nichts, aber auch gar nichts passierte. (Nicht mal tanzen wollte der Kerl.) Wenigstens ihr Dialekt ist hörenswert.