Häusliche Gewalt

Als wär's ein Stück von Brecht

Man muss auch mal loslassen können ... Bei Brecht heißt es, „dass da gehören soll, was da ist, denen, die für es gut sind".

HANAU. Gaetano und Elif lieben ihre Tochter. Na ja, Liebe - es ist mehr ein Besitzanspruch, den die beiden da erheben auf die Kleine. Und weil keiner nachgeben wollte, kam es zu einer Handgreiflichkeit, die jetzt ihre juristische Würdigung vorm Amtsgericht findet. Es hat ein bisschen was von Brechts "Kaukasischem Kreidekreis": Streiten sich zwei um ein Kind ...

Lebenslänglich, geflüstert

Am liebsten mit Knarre: Tomas N. präsentiert sich im Internet. Quelle: Facebook

HANAU. Mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe ahndete die Erste große Strafkammer des Hanauer Landgerichts den Tod von Olga N., die im Januar von ihrem Mann Tomas (beide 30) in der einstmals gemeinsamen Wohnung an der Neuhofstraße im Hanauer Stadtteil Lamboy mit siebzehn Messerstichen getötet worden war. Die Kammer wertete die Tat als Mord. Tomas N. hatte seine Frau verdächtigt, ihn mit einem anderen Mann zu betrügen – fälschlicherweise, wie der Prozess ergab. Eine „besondere Schwere der Tat“ mochte das Gericht jedoch nicht erkennen.

Saufen, schlagen, starke Sprüche

Mit Wumme und Wagen: Tomas N., wie er sich am liebsten sah. Foto: Facebook

HANAU. Im Prozess um den gewaltsamen Tod von Olga S., 29, gab der Angeklagte eine Erklärung ab. „Ich bin schuldig!“ Man könnte es als ein Geständnis werten – gleichwohl beteuert er, sich an die Tat nicht erinnern zu können. Zeugen schilderten Tomas N. indes als „Waffennarr“, der zur Gewalt neigte, wenn er getrunken hatte. Auf Facebook zeigt er sich von seiner Macho-Seite (Foto/Quelle: Facebook).