Mord

Verloren im Bermudadreieck

Eine strahlende Braut im Glück. Petra und ihr erster Ehemann Günther. Die Ehe wurde 1986 geschlossen. Sie ging schief. 1997 heiratete sie den Juristen Dirk M. Foto: privat

HANAU. Am Ende hockte Petra M. jeden Tag in einem der drei Hanauer Weinlokale, manchmal schon morgens, obwohl im Kühlschrank zuhause gähnende Leere herrschte - alkoholkrank, eingeschüchtert, einsam. Und übersät mit blauen Flecken, was viele wussten. Geholfen hat ihr niemand. Sie hat ja auch nie um Hilfe gebeten. Und dass es da Typen gab, die ihre Lage schamlos ausnutzten, ist einmal mehr zum Kotzen.

Schlaf oder Schlummer

Rund 130 Meter Luftlinie trennen den Ort des Geschehens von der Liege, auf welcher die Zeugin Andrea S. ruhte. © GoogleEarth

HANAU. Die wichtigste Zeugin im Prozess um den Tod des Ehepaars Klock ist für die Nebenklage eine Frau, die zur Tatzeit in etwa hundertdreißig Meter Entfernung auf einer Gartenliege ruhte. Aber wie ruhte sie? Im Tiefschlaf oder nur dösend? Sie gibt an, von zwei Schüssen (oder schussähnlichen Geräuschen) aufgeschreckt worden zu sein. Das kann viel bedeuten. Oder gar nichts. 

Bei Anruf Mord?

Von Meister Hitch genial in Szene gesetzt: Auch die raffiniertesten Pläne haben ihre Schwächen. ©Warner Bros

HANAU. Es besteht der Verdacht, dass der des Mordes angeklagte Ex-Anwalt Dirk M. einen perfiden Plan auszuführen versuchte: Kurz bevor er am Abend des 21. März seine Wohnung betrat und den Notarzt alarmierte, „telefonierte“ er von unterwegs noch mit seiner Frau. Er hatte sich dazu extra einen Zeugen organisiert. Zu diesem Zeitpunkt aber lag Petra M. bereits im Sterben. 

Thermisches Ereignis im Bad

HANAU. Am zweiten Verhand­lungs­tag im Prozess gegen den ehemaligen Hanauer Rechts­an­walt Dirk M. wegen Mordes an seiner Ehefrau sag­en Gut­achter und der ermit­telnde Kommissar aus. Die entschei­denden vierund­zwanzig Stun­den im Le­ben und Sterben der Petra M. lassen sich anhand zahlreicher Indizien recht gut rekonstruie­ren. Polizei und Staatsanwalt­schaft haben in die­sem Fall eine hervorra­gende Er­mittlungsarbeit abgeliefert.

Mein Bruder, das Biest

Mörder im Janker? Obschon er 2016 im Besitz der Waffe war, wurde es im Verlauf der Beweisaufnahme immer unwahrscheinlicher, dass Lutz H. selbst die tödlichen Schüsse abgefeuert hat. Es ist sogar fraglich, ob er überhaupt an der Tat beteiligt war. ©D. Graber

HANAU. Der Fall Volke ist eigentlich die Geschichte einer Familie. Und wie bei den allermeisten Familiengeschichten gibt es da die  Erfolgreichen und die Verlierer, die Starken und die Schwachen, Guten und die Bösen. Die handelnden Personen in entsprechende Kategorien einzuordnen, aber ist selten einfach. So auch hier. 

Das qualvolle Sterben der Petra M.

Der tiefe Fall des Advokaten: Vom Rechtsanwalt zum Angeklagten in einem der grausigsten Mordfälle

HANAU. Es spricht vieles dafür, dass Dirk M. seine Frau Petra auf grausame Weise getötet hat. Laut Anklage schlug und trat er sie bis zur Widerstandsunfähigkeit, dann übergoss er sie mit Spiritus und zündete sie an. Der Angeklagte schweigt im Prozess. Aber was auch immer sich im Haus Friedrichstraße 17 zugetragen haben mag, es war das infernalische Ende einer Beziehung, in der Alkohol das letzte Band aller Gemeinsamkeiten darstellte.

Zum Auftakt in die Zelle

Klockprozess reloaded, übrigens im selben Saal (Nr. 215) und mit einem Richter, der auch damals schon dabei war, inzwischen aber zur 2. Strafkammer wechselte. Wir sehen die Angeklagten mit ihren Verteidigern Kühne-Geiling (ganz rechts) sowie Scherzberg und Fuchs und den obligatorischen Kameramann (vor der Kammervorsitzenden Wetzel). ©Graber

HANAU. Reset! Es geht von vorn los. Nein, natürlich nicht ganz von vorn, denn eigentlich ist ja alles gesagt und ausermittelt, was es im Klockverfahren zu sagen und zu ermitteln gibt. Aber der Bundesgerichtshof wollte es so. Und deshalb befasst sich nun die 2. Große Strafkammer mit dem Vorfall von vor über drei Jahren auf der Main River Ranch in Maintal. Sollte Ihnen also beim Lesen dieses Berichts manches bekannt vorkommen – ein Zufall wäre das nicht.

Sex and the City

Im falschen Film? Sieht so aus, als tauge die Geschichte von der eiskalten Frau, die vor einem Date noch mal schnell einen Mord begeht, bestenfalls für einen müden TV-„Tatort“, nicht aber für eine Verurteilung. ©Graber

HANAU. Gibt es eigentlich noch einen ver­nünftigen Zweifel daran, dass Banu D. die Todesschüsse in der Gallienstraße nicht abgegeben hat? Vor der 1. Großen Strafkammer schilderte jetzt Cengiz G. den Abend des 7. September und die Nacht auf den 8., jene Stunden also, in denen Jürgen Volke ermordet wurde. Danach besuchte er mit Banu D. zuerst das Restaurant Harput in der Wiesba­dener Innenstadt, anschließend die Zurna Bar im Stadtteil Mainz-Kastel. Seine Angaben decken sich mi­nutiös mit in dieser Zeit geführten Tele­fonge­sprächen, versendeten WhatsApp-Nach­richten und im Nachhinein ermit­telten Handygeodaten. 

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