Mord

Antithetisch in die neue Runde

Banu D. in ihrer neuen Rolle als Angeklagte, umgeben von den Verteidigern Fuchs, Gärtner, Küster (v. l.) ©Dieter Graber

HANAU. Der Neuauftakt im Volkeprozess war nach der Anklageverlesung schon wieder zu Ende: Die Verteidiger von Banu D. monierten, das ihnen nicht alle Ermittlungsakten vorlägen. Sie bräuchten mehr Zeit zur Einarbeitung. Die sollen sie haben, entschied die 1. große Strafkammer: In vierzehn Tagen erst wird’s weitergehen in dem Verfahren um den Mord an dem Hanauer Unternehmer Jürgen Volke, der am 7. September 2013 in seinem Haus erschossen worden war.

BGH drückt Reset-Taste

Müssen noch mal ran: Klaus-Dieter B. (links) und sein Sohn Claus Pierre, dazwischen die Verteidiger Scherzberg und Kühne-Geiling. Foto ©Graber

KARLSRUHE/HANAU. Also doch! Der Fall Klock muss neu aufgerollt werden, entschied der Bundesgerichtshof. Er gab dem Revisionsantrag der Staatsanwaltschaft statt und hob die Freisprüche des Hanauer Landgerichts vom 5. August 2015 auf. Das Urteil weise Lücken, Ungenauigkeiten und missverständliche Formulierungen auf, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Fischer. Die Angeklagten bleiben jedoch zumindest vorerst auf freiem Fuß. Der Hanauer Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze erklärte unterdessen, einstweilen keinen Antrag auf Erlass eines Haftbefehls stellen zu wollen.

BGH geht in die Verlängerung

HANAU/KARLSRUHE. Nun doch erst nächste Woche wird die Entscheidung des Bundesgerichtshofs über eine Revision im Fall Klock verkündet. Zwar befasste sich der 2. Strafsenat bereits in öffentlicher Verhandlung mit den Anträgen von Staatsanwaltschaft, Nebenklägern und der Verteidigung. Über eine Stunde lang trugen die Parteien ihre jeweilige Sicht auf das bemerkenswerte Urteil des Hanauer Landgerichts vom 5. August 2015 vor (Freisprüche wegen Notwehr, bzw. Nothilfe). Am Abend hieß es dann, entgegen einer ersten Ankündigung für den Vormittag, der Termin sei auf den 1. Februar verschoben worden. Prozessbeobachter schlussfolgern daraus, dass sich der 2. Senat noch genauer in den Fall einarbeiten will. Dazu auch unser Kommentar.

In der Falle

HANAU. Überraschende Wende im Mordfall Volke: Die Lebensgefährtin des Angeklagten wurde im Gerichtssaal wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen Mordes verhaftet. Banu D. hatte in den zurückliegenden Prozesstagen als Zeugin ausgesagt und sollte auch heute wieder gehört werden. Die bisherige Beweisaufnahme verstärkt vor dem Hintergrund neuer, aber auch bereits ermittelter Indizien die Vermutung, dass die Tat von Lutz B. und Banu D. gemeinsam geplant und von ihr am 7. September 2013 ausgeführt wurde.

Sex mit dem Großwildjäger

HANAU. Im Prozess um den Mord in der Gallienstraße vor der 1. Große Strafkammer sagt Banu D. aus, die Lebensgefährtin von Lutz H., der seinen Schwager erschossen haben soll. Sie zeichnet das Bild eines naturverbundenen Menschen, der ein verständiger Ersatzvater für ihre beiden Kinder gewesen sei. Hinten im Saal zetert derweil seine Noch-Ehefrau.

Tak-tak – tak-tak um Mitternacht

Wahrheitsfindung unter freiem Himmel: Bericht aus dem Hanauer Anzeiger über den Ortstermin im Mordprozess des Jahres

HANAU. Das Gericht kam zum Tatort. Im Mordprozess gegen Lutz H. wollte sich die 1. Große Strafkammer einen Eindruck verschaffen von den Örtlichkeiten, vor allem aber von den Lichtverhältnissen, wie sie an jenem 7. September 2013 um kurz vor Mitternacht herrschten, als der Speditionsunternehmer Jürgen Volke durch die Tür seines Hauses erschossen wurde.

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