Mord

Rätselhafte Botschaft aus der Schweiz

Schlagerweisheiten für den Hausgebrauch: „Drum sei auch nie betrübt, wenn dein Schatz dich auch nicht mehr liebt. Ein Freund, ein guter Freund, das ist der größte Schatz, den‘s gibt.“ ©Edition Metropol Musikverlage GmbH

HANAU. Am Abend des 21. März war Herr M., aus Frankfurt kommend, direkt nach Hause in die Hanauer Friedrichstraße gefahren, nicht, wie er vorgegeben hatte, zuerst nach Dörnigheim, um sich mit einem Bekannten zu treffen. Daraus folgt: Er muss seine sterbende Frau in der Wohnung vorgefunden haben. Das ändert einiges. Nicht zum Guten für den Angeklagten. Und dann kommt da noch dieser seltsame „Freund“ in den Zeugenstand.

Blut an der Wand

Die Angeklagten und ihre Verteidiger (v. l.): Torsten Fuchs, Vater Klaus-Dieter B., verdeckt von Thomas Scherzberg, sein Sohn Claus Pierre im Gespräch mit Anwalt Karl Kühne-Geiling  Foto: Graber

HANAU. Der zweite Klockpro­zess dürfte durch Gut­achter entschieden werden. Es gibt keine Zeugen des Vorfalls vom 6. Juni 2014 auf dem Ge­lände der Main River Ranch bei Dörnigheim. Und seit dem Frei­spruch der beiden Angeklagten im August 2015 haben sich auch keine neuen Erkenntnisse erge­ben, die den Hergang in einem anderen Licht erscheinen lassen könnten. Nun hat die Gerichts­medizinerin Lena Bunzel noch einmal die Erkenntnisse vorge­tragen, die sich aus den Spuren am Ort des Geschehens herleiten lassen.

Willi woas nix

HANAU. Bisweilen haben auch Mordprozesse ihre komische Seite. Wenn Originale in den Zeugenstand treten zum Beispiel. Typen wie der Willi aus Eisentratten. Willi ist der beste Freund des Angeklagten. Er weiß nicht viel zur Sache zu sagen, nur eins weiß er sicher: „Er woar’s net.“

Verdächtige Spuren im Sand

Wir wissen es vom König der Metaphern: Aus dem großen Schlaf gibt es kein Erwachen mehr, beim Dösen hingegen schon. Taschenbuchausgabe von Chandlers Meisterwerk ©Penguin/Graber

HANAU. Also gut. Nur gedöst hat sie, die Zeugin Sch., nicht geschlafen. Darauf legt sie Wert. Und die beiden Knallgeräusche, Schüsse vermutlich, habe sie deutlich vernommen, ebenso wie den Klingelton ihres Mobiltelefons, woraufhin sie nach Hanau gefahren sei am Mittag des 6. Juni 2014. Aber zu diesem Zeitpunkt müssen die Klocks noch am Leben gewesen sein. 

Verloren im Bermudadreieck

Eine strahlende Braut im Glück. Petra und ihr erster Ehemann Günther. Die Ehe wurde 1986 geschlossen. Sie ging schief. 1997 heiratete sie den Juristen Dirk M. Foto: privat

HANAU. Am Ende hockte Petra M. jeden Tag in einem der drei Hanauer Weinlokale, manchmal schon morgens, obwohl im Kühlschrank zuhause gähnende Leere herrschte - alkoholkrank, eingeschüchtert, einsam. Und übersät mit blauen Flecken, was viele wussten. Geholfen hat ihr niemand. Sie hat ja auch nie um Hilfe gebeten. Und dass es da Typen gab, die ihre Lage schamlos ausnutzten, ist einmal mehr zum Kotzen.

Schlaf oder Schlummer

Rund 130 Meter Luftlinie trennen den Ort des Geschehens von der Liege, auf welcher die Zeugin Andrea S. ruhte. © GoogleEarth

HANAU. Die wichtigste Zeugin im Prozess um den Tod des Ehepaars Klock ist für die Nebenklage eine Frau, die zur Tatzeit in etwa hundertdreißig Meter Entfernung auf einer Gartenliege ruhte. Aber wie ruhte sie? Im Tiefschlaf oder nur dösend? Sie gibt an, von zwei Schüssen (oder schussähnlichen Geräuschen) aufgeschreckt worden zu sein. Das kann viel bedeuten. Oder gar nichts. 

Bei Anruf Mord?

Von Meister Hitch genial in Szene gesetzt: Auch die raffiniertesten Pläne haben ihre Schwächen. ©Warner Bros

HANAU. Es besteht der Verdacht, dass der des Mordes angeklagte Ex-Anwalt Dirk M. einen perfiden Plan auszuführen versuchte: Kurz bevor er am Abend des 21. März seine Wohnung betrat und den Notarzt alarmierte, „telefonierte“ er von unterwegs noch mit seiner Frau. Er hatte sich dazu extra einen Zeugen organisiert. Zu diesem Zeitpunkt aber lag Petra M. bereits im Sterben. 

Thermisches Ereignis im Bad

HANAU. Am zweiten Verhand­lungs­tag im Prozess gegen den ehemaligen Hanauer Rechts­an­walt Dirk M. wegen Mordes an seiner Ehefrau sag­en Gut­achter und der ermit­telnde Kommissar aus. Die entschei­denden vierund­zwanzig Stun­den im Le­ben und Sterben der Petra M. lassen sich anhand zahlreicher Indizien recht gut rekonstruie­ren. Polizei und Staatsanwalt­schaft haben in die­sem Fall eine hervorra­gende Er­mittlungsarbeit abgeliefert.

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