Mord

Tak-tak – tak-tak um Mitternacht

Wahrheitsfindung unter freiem Himmel: Bericht aus dem Hanauer Anzeiger über den Ortstermin im Mordprozess des Jahres

HANAU. Das Gericht kam zum Tatort. Im Mordprozess gegen Lutz H. wollte sich die 1. Große Strafkammer einen Eindruck verschaffen von den Örtlichkeiten, vor allem aber von den Lichtverhältnissen, wie sie an jenem 7. September 2013 um kurz vor Mitternacht herrschten, als der Speditionsunternehmer Jürgen Volke durch die Tür seines Hauses erschossen wurde.

Mordprozess Volke: Lügen, Geld und Waffenliebe

Unter Mordverdacht: Lutz H. beim Prozessauftakt mit seinem Verteidiger von Dahlen. Foto: Graber
Durch die Tür erschossen: Mordopfer Jürgen Volke. Foto: Polizei

HANAU. Vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts begann der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder des Unternehmers Jürgen Volke (53). Der Inhaber einer Spedition und vierfache Familienvater war am 7. September 2013 in seinem Haus erschossen worden. Angeklagt ist Lutz H. (52), der Schwager des Opfers. Für den Prozess sind zunächst zehn Verhandlungstage vorgesehen.

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Klock: BGH entscheidet im Januar

HANAU. Der Bundesgerichtshof befasst sich demnächst mit dem wohl aufsehenerregendsten Kriminalfall der Nachkriegszeit in Hanau: Am 25. Januar prüft der 2. Senat in öffentlicher Verhandlung den Revisionsantrag der Staatsanwaltschaft im Fall Klock, mehr als eineinhalb Jahre nach den spektakulären Freisprüchen für die beiden Angeklagten.

Nicht irre genug

HANAU. Sylvia K. ist des Mordes schuldig. Die 1. Schwurgerichtskammer verurteilte die Frau, die ihren Lebensgefährten im Schlaf mit zehn Messerstichen tötete, zu sieben Jahren Freiheitsstrafe. Es ist ein vom Wohlwollen des Gerichts getragenes Urteil.

Eine Art von Seppuku

GELNHAUSEN/HANAU. Die Tragödie der Sylvia K., die ihren Lebensgefährten erstach, bekommt durch ein Gutachten des LKA eine neue Dimension. Demnach versuchte sie, sich direkt nach der Tat auf grauenvolle Weise das Leben zu nehmen – vergeblich. Schwerverletzt lief sie anschließend stundenlang durch die Wohnung, bis ein Nachbar sie fand.

Die Männer der Sylvia K.

Vermindert schuldfähig oder seelisch gestört und somit gänzlich ohne Schuld? Die Angeklagte mit Anwalt Oberländer. ©Graber

HANAU. Vor dem Hanauer Landgericht wird die Tragödie der Frau, die ihren Lebensgefährten erstochen haben soll, in Einzelheiten immer deutlicher. Sylvia K. hatte offenbar mit Männern wenig Glück in ihrem Leben. Der Gutachter Rüdiger Müller-Isberner gelangt zu der Einschätzung, die Angeklagte sei zur Tatzeit zumindest vermindert schuldfähig gewesen.

Die Hölle im Kopf

Medienrummel zum Prozessbeginn: Eine Frau, die ihren Lebensgefährten hin meuchelt, lockt die Kamerateams in den Gerichtssaal. Auftaktjournalismus. Foto: Graber

HANAU. Im Prozess gegen Sylvia K. (53), die ihren Lebensgefährten erstochen haben soll, sagte nun ihr Sohn aus. Cemal K. (27) wusste offenbar schon länger von der geistigen Verwirrung seiner Mutter. Gleichwohl traue er ihr die Tat nicht zu. Das Opfer stellte er in einem schlechten Licht dar: Adem A. sei „ein Pascha“ und „Tyrann“ gewesen. Ist das die Wende in diesem Verfahren? Nein, aber ein wichtiger Aspekt.

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