Mord

Mord im Fahrstuhlschacht

LEIPZIG. Mit den Daten von zwei Bekannten soll der arbeitslose Koch Sebastian T. (30) Betrügereien im Internet begangen haben. Damit sie ihm nicht auf die Schliche kamen, wollte er sie aus dem Weg räumen, sagt die Leipziger Staatsanwaltschaft. Adriano H. (22) lockte er unter einem Vorwand in den 14. Stock eines Wohnhauses, wo er ihn in den Aufzugschacht schubste, Brian R. (20) machte er mit Medikamenten wehrlos und legte ihn dann auf Eisenbahngleise.

Kimbo-Killers Halluzinationen

Es ist ein Krieg unter Rockern. Es geht um Drogenhandel. Zwei Banden konkurrieren miteinander. Es passiert im Stadtteil Frankfurter Berg am Rande der Mainmetropole, wo Wohnsilos in den Himmel ragen und sich viele Anwohner nachts nicht mehr auf die Straße trauen. Das soziale Elend hat einen Namen: Ben-Gurion-Ring. Hier richtet im April vergangenen Jahres der gelernte Briefträger Zubaidullah K. seinen Konkurrenten Kibrom T. ("Kimbo")  mit 24 Schüssen hin.

Klock: Warum es Notwehr war

Ein Fall von Notwehr, sagt das OLG
Der Geschädigte war sehr aggressiv ...
Angriff nicht zu widerlegen ...

HANAU. In der Öffentlichkeit wird der „Fall Klock“ kontrovers diskutiert. Das Urteil des Landgerichts Hanau ist umstritten. Können siebzehn Messerstiche und ein Schuss in den Nacken noch Notwehr, bzw. Nothilfe sein? Die Nebenklage beharrt auf einer Mordtheorie. Aber schon im Februar hatte das Oberlandesgericht Frankfurt in dieser Sache richtungsweisend entschieden.

Klock-Prozess: Die Entscheidung

Die Erste große Strafkammer vor der Urteilsverkündung

HANAU. Die Freisprüche im Klock-Prozess haben in der Öffentlichkeit ein geteiltes Echo hervorgerufen. Für viele ist die Entscheidung des Gerichts nicht nachvollziehbar, wurde das Ehepaar doch mit siebzehn Messerstichen, bzw. einem Pistolenschuss von hinten in den Nacken getötet. Wir erläutern die Urteilsgründe.

... und wie es jetzt weitergeht

HANAU. (dig) Zwei Tage nach den Freisprüchen im Klock-Prozess führte die Polizei eine Wohnungsdurchsuchung bei Nicole Rondinelli und ihrem Bruder Stefan durch. Die Beamten verfügten über einen entsprechenden richterlichen Beschluss. Die Maßnahme erfolgte, nachdem Rechtsanwalt Karl Kühne-Geiling, der in dem Verfahren den Angeklagten Claus Pierre B. vertritt, Strafanzeige wegen Bedrohung erstattet hatte. Bei dem Tumult in Saal 215 des Landgerichts soll Stefan Klock gerufen haben: „Ich werde euch alle erschießen!“ Unter Polizeischutz hatten Richter und Verteidiger das Justizgebäude durch einen Hintereingang verlassen müssen. Einer Mitteilung der Offenbacher Polizei zufolge wurde bei den Durchsuchungen keine Waffe gefunden. Die aktuell wichtigsten Fragen zu dem Fall beantworten wir hier.

Freisprüche und Tumulte

Klaus-Dieter B. und sein Sohn Claus Pierre mit Anwälten

HANAU. Es gab Tumult in Saal 215 des Hanauer Landgerichts, als der Vorsitzende der Ersten großen Strafkammer das Urteil verkündete: Freisprüche für die Angeklagten! Dieser Ausgang des Prozesses hatte sich freilich angedeutet, nachdem die Kammer bereits vor Wochen den rechtlichen Hinweis gab, es könne sich durchaus um Notwehr, bzw. Nothilfe gehandelt haben, als Claus Pierre B. (30) und sein Vater Klaus-Dieter (61) am 6. Juni 2014 das Ehepaar Harry und Sieglinde Klock auf der Main River Ranch bei Dörnigheim töteten. In seiner mehrfach von Zwischenrufen und unverhohlenen Drohungen aus dem Zuschauersaal unterbrochenen Urteilsbegründung hob Richter Peter Graßmück hervor, das Geschehen sei zwar tragisch, juristisch jedoch nicht zu ahnden.

Geflüchtet, spielsüchtig, verschuldet

Von Dieter A. Graber

HANAU. Die Befragung des Pizzabä­ckers Bashar G. hat etwas von der Echternacher Springprozession: drei Schritte vor, zwei zurück. Er kann sich gut ausdrücken. Er ist ein intelligen­ter, gut aussehender Bursche von 29 Jahren, der freimütig aus seinem Le­ben erzählt, aber mit jedem Satz das Vorangegangene revidiert, zurück­nimmt, anders gewichtet. Er ist ein Junge aus gutem Hause, Sohn eines Ingenieurs und einer Lehrerin, die in Syrien leben. Er ist angeklagt, die 46-jährige Vebronia Tabbo aus Alten­stadt erschlagen zu haben.

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