Mord

Freisprüche und Tumulte

Klaus-Dieter B. und sein Sohn Claus Pierre mit Anwälten

HANAU. Es gab Tumult in Saal 215 des Hanauer Landgerichts, als der Vorsitzende der Ersten großen Strafkammer das Urteil verkündete: Freisprüche für die Angeklagten! Dieser Ausgang des Prozesses hatte sich freilich angedeutet, nachdem die Kammer bereits vor Wochen den rechtlichen Hinweis gab, es könne sich durchaus um Notwehr, bzw. Nothilfe gehandelt haben, als Claus Pierre B. (30) und sein Vater Klaus-Dieter (61) am 6. Juni 2014 das Ehepaar Harry und Sieglinde Klock auf der Main River Ranch bei Dörnigheim töteten. In seiner mehrfach von Zwischenrufen und unverhohlenen Drohungen aus dem Zuschauersaal unterbrochenen Urteilsbegründung hob Richter Peter Graßmück hervor, das Geschehen sei zwar tragisch, juristisch jedoch nicht zu ahnden.

Geflüchtet, spielsüchtig, verschuldet

Von Dieter A. Graber

HANAU. Die Befragung des Pizzabä­ckers Bashar G. hat etwas von der Echternacher Springprozession: drei Schritte vor, zwei zurück. Er kann sich gut ausdrücken. Er ist ein intelligen­ter, gut aussehender Bursche von 29 Jahren, der freimütig aus seinem Le­ben erzählt, aber mit jedem Satz das Vorangegangene revidiert, zurück­nimmt, anders gewichtet. Er ist ein Junge aus gutem Hause, Sohn eines Ingenieurs und einer Lehrerin, die in Syrien leben. Er ist angeklagt, die 46-jährige Vebronia Tabbo aus Alten­stadt erschlagen zu haben.

Lebenslänglich, geflüstert

Am liebsten mit Knarre: Tomas N. präsentiert sich im Internet. Quelle: Facebook

HANAU. Mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe ahndete die Erste große Strafkammer des Hanauer Landgerichts den Tod von Olga N., die im Januar von ihrem Mann Tomas (beide 30) in der einstmals gemeinsamen Wohnung an der Neuhofstraße im Hanauer Stadtteil Lamboy mit siebzehn Messerstichen getötet worden war. Die Kammer wertete die Tat als Mord. Tomas N. hatte seine Frau verdächtigt, ihn mit einem anderen Mann zu betrügen – fälschlicherweise, wie der Prozess ergab. Eine „besondere Schwere der Tat“ mochte das Gericht jedoch nicht erkennen.

Saufen, schlagen, starke Sprüche

Mit Wumme und Wagen: Tomas N., wie er sich am liebsten sah. Foto: Facebook

HANAU. Im Prozess um den gewaltsamen Tod von Olga S., 29, gab der Angeklagte eine Erklärung ab. „Ich bin schuldig!“ Man könnte es als ein Geständnis werten – gleichwohl beteuert er, sich an die Tat nicht erinnern zu können. Zeugen schilderten Tomas N. indes als „Waffennarr“, der zur Gewalt neigte, wenn er getrunken hatte. Auf Facebook zeigt er sich von seiner Macho-Seite (Foto/Quelle: Facebook).

Ungesühnte Fälle: Rätsel um die Tote im Unterholz

Opfer Vebronia Tabbo

ALTENSTADT. Eines der ungewöhnlichsten Verbrechen der bundesdeutschen Justizgeschichte ereignete sich an einem Tag im Mai 2013 am Rande der Wetteraugemeinde Altenstadt. Es ist der Fall Vebronia Tabbo. Es ist ein kriminologisches Lehrstück, das von einer Tat handelt, die akribisch aufgeklärt wurde, aber eben nicht restlos, von einem Slalom durch die Paragraphen, der irrwitzig scheint, aber juristisch logisch ist.

Das Böse auf "Malle"

Die Idylle trügt: Strand bei Alcudia (Foto: privat)

Zwischen Palmas „hippstem Viertel“ (Santa Catalina – angesagt, mehr denn je), der „besten Kühlbox für den Strand“ (Expertentipp: Klassiker aus Hartschalenplastik) und den jüngsten Promi-Sichtungen (Jürgen Trittin, Nadja abd el Farrag) macht Mallorcas führende deutsche Wochenzeitung auch gern mal einen Ausflug in die Welt des Verbrechens: „Amoklauf in Son Ferrer“,

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