Hanau

Viel Puzzle, wenig Beweis

Tattheorien aus dem Skizzenbuch: Es könnte so abgelaufen sein – aber natürlich auch ganz anders. Abb.: ©Darwyn Cooke, „The Hunter“

HANAU. Indizienprozesse laufen meist darauf hinaus, dass die Anklagebehörde ein dichtmaschiges Netz an Scheinbeweisen zusammenträgt, das die Schuld des oder der Angeklagten evident machen soll. Viele kleine Mosaiksteinchen ergeben dann ein Bild, dem sich das Gericht nicht zu entziehen vermag. Motto: Wir basteln uns einen Tathergang. Im Volkeprozess sieht es bisher jedenfalls auch so aus.

Alibi vom Führer

HANAU. Wie selbstbewusst darf ein Beschuldigter im Polizeiverhör sein, um sich nicht von vornherein verdächtig zu machen? Im Fall des Lutz H. genügte lockeres Auftreten und eine kommode Sitzhaltung, bei den Vernehmungsexperten sogleich Zweifel an seiner möglichen Unschuld zu wecken. 

In der Falle

HANAU. Überraschende Wende im Mordfall Volke: Die Lebensgefährtin des Angeklagten wurde im Gerichtssaal wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen Mordes verhaftet. Banu D. hatte in den zurückliegenden Prozesstagen als Zeugin ausgesagt und sollte auch heute wieder gehört werden. Die bisherige Beweisaufnahme verstärkt vor dem Hintergrund neuer, aber auch bereits ermittelter Indizien die Vermutung, dass die Tat von Lutz B. und Banu D. gemeinsam geplant und von ihr am 7. September 2013 ausgeführt wurde.

Sex mit dem Großwildjäger

HANAU. Im Prozess um den Mord in der Gallienstraße vor der 1. Große Strafkammer sagt Banu D. aus, die Lebensgefährtin von Lutz H., der seinen Schwager erschossen haben soll. Sie zeichnet das Bild eines naturverbundenen Menschen, der ein verständiger Ersatzvater für ihre beiden Kinder gewesen sei. Hinten im Saal zetert derweil seine Noch-Ehefrau.

Tak-tak – tak-tak um Mitternacht

Wahrheitsfindung unter freiem Himmel: Bericht aus dem Hanauer Anzeiger über den Ortstermin im Mordprozess des Jahres

HANAU. Das Gericht kam zum Tatort. Im Mordprozess gegen Lutz H. wollte sich die 1. Große Strafkammer einen Eindruck verschaffen von den Örtlichkeiten, vor allem aber von den Lichtverhältnissen, wie sie an jenem 7. September 2013 um kurz vor Mitternacht herrschten, als der Speditionsunternehmer Jürgen Volke durch die Tür seines Hauses erschossen wurde.

Kleiner Mann mit großem Messer

HANAU. Vor der 5. Großen Strafkammer muss sich ein 27-Jähriger verantworten. Er soll eine Gruppe von Schülern auf einem Spielplatz mit einem Messer bedroht und ihnen ihre Barschaft abgenommen haben. Außerdem werden ihm zwei weitere Überfälle, unter anderem auf eine Tankstelle, zur Last gelegt. Der Angeklagte ist weitgehend geständig, gibt vor, spiel- und drogensüchtig zu sein.

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