Drogen

Die Angst des Marders

Was Sie schon immer über Drogenpartys wissen wollten, sich aber nie zu fragen getrauten … und wohin das alles führt, zeigt z. B. der Film „Marihuana“ (1936) oder das wahre Leben eines Junkies wie Dietrich D. © Roadshow Attractions Inc.

HANAU. Der Marder (Martes foina) ist ein putziges Kerlchen, das die Nähe des Menschen sucht und sich bisweilen an den Gummiteilen von Automotoren gütlich gut. Umgangssprachlich bezeichnet man zweibeinige Bösewichte, die Fahrzeuge aufbrechen, um sie zu entwenden oder auszuräumen, ebenfalls als „Marder“. Sie sind nicht putzig. Sie sind bisweilen süchtig. Wie Dietrich D., der jetzt vom Landgericht verurteilt wurde (hier und hier). Sein Leben ist ein einziges Fiasko. 

Kein Raub beim Olli daheim

Ein Raub zeichnet sich nicht nur durch Einsatz gewaltsamer Mittel aus, wie er hier Harold Lloyd in „An Eastern Westerner“ (1920, ©Pathé) widerfährt, sondern auch durch den „finalen Zusammenhang“. Und der war in Ollis Fall halt nicht da.

HANAU. Nicht gut gelaufen für Olli. Gar nicht gut. Erst haben sie ihn zuhause überfallen und erheblich verletzt, obwohl er nur nett sein wollte zu Leyla und ihren Bekannten. Und jetzt steht er auch noch als Drogenhändler da, der im Prozess wiederholt als „Angeklagter“ bezeichnet wird. Obwohl er doch der Geschädigte ist. Und dann kommt raus: Es war gar kein Raub. 

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Voll schuldfähig trotz Sucht?

Wie die Droge ihr Opfer beherrscht: 1965 veröffentlichte das Life Magazine die Story „The World of Needle Park“, eine Geschichte zweier Menschen an der Nadel. ©Bill Eppridge, Life Magazine

HANAU. Für den Automarder und Seriendieb Dietrich D. könnte es eine weitere letzte Chance geben. Vielleicht wird er ja noch einmal in eine Entziehungsanstalt eingewiesen. Die Staatsanwältin ist dafür. Dann müsste er von seiner Strafe vermutlich nur einen kleinen Teil absitzen. Obwohl es schon zweimal nicht geklappt hat mit dem Entzug.

Happy End mit Paragraph 64

HANAU. Strafrechtler wissen, was gemeint ist, wenn von diesem Paragraphen die Rede ist: Einweisung in eine Entziehungsanstalt. Im Fall von Martik S. hat die 1. Große Strafkammer so entschieden. Es hätte schlimmer kommen können für ihn. Mit dem Paragraphen 63 zum Beispiel. Insofern hat diese Geschichte ein Happy End. HANAU. Strafrechtler wissen, was gemeint ist, wenn von diesem Paragraphen die Rede ist: Einweisung in eine Entziehungsanstalt. Im Fall von Martik S. hat die 1. Große Strafkammer so entschieden. Es hätte schlimmer kommen können für ihn. Mit dem Paragraphen 63 zum Beispiel. Insofern hat diese Geschichte ein Happy End. 

Der Mann mit der Nadel

Beutezüge über die Parkplätze der Stadt: Vor Herrn D. war kein Auto sicher. © Ed Allen, Coverentwurf  für Penguin Books

HANAU.  Dietrich D. bestritt seinen Lebensunterhalt mit verschiedenen Straftaten, vorwiegend Diebstählen aus Kraftfahrzeugen. Er benutzte dazu unter anderem eine sogenannte Anreißnadel, das ist ein Werkzeug mit gehärteter Spitze, gut geeignet, um Seitenscheiben schnell und lautlos zu zertrümmern. Dietrich D. ging planvoll zu Werke. Er gibt an, die Beute umgehend verscherbelt zu haben, um sich Drogen kaufen zu können. Offenbar hängt er auch an der Nadel.

Messer im Kopf

HANAU. Am 17. November 2016 mittags sticht der rauschgiftabhängige Martik S. einem mutmaßlichen Drogenhändler auf einer Kinzigbrücke ein Klappmesser in den Kopf und flüchtet. Das Motiv ist rätselhaft. Er gibt an, aus Zorn gehandelt zu haben, weil … der Dealer einem Mädchen, das sich in der Nähe aufhielt, angeblich Drogen geben wollte, er es zu missbrauchen versucht habe, alles nur ein Irrtum war. Nun geht es für Martik S. um die Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus.

Nur dissozial, mehr nicht

HANAU. Am Ende kam das raus, was am Anfang schon gesagt wurde: Soufiane J. ist „nur“ ein gewöhnlicher Krimineller, der sich halt nimmt, wie‘s ihm beliebt. Nicht die Droge hat ihn zur Straftat gedrängt, nicht der Alkohol, der Tablettenkonsum nicht und ebenso wenig die Spielsucht. Er war seine dissoziale Persönlichkeit. Na also!

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