Diebstahl

Wie geschält, so gehehlt

„Lumpen, Knochen, Alteisen …“ Dereinst kam der Wertstoffsammler, wie ihn Ludwig Richter auf dieser Federzeichnung darstellt, mit klingendem Spiel ins Dorf, und manch einer war froh, das olle Zeug los zu werden. Heute geht es in der Recyclingbranche um Buntmetall und viel Geld

HANAU. Mit seinem kuriosen Geständnis – Diebstahl ja, aber woanders – brachte Nayden M. die 2. Große Strafkammer in arge Bedrängnis: Immerhin war die vorliegende Anklage damit eigentlich keinen Schuss Pulver mehr wert, eine neue hätte her gemusst, ein Freispruch in der vorliegenden Sache wäre erst mal fällig gewesen. Und dann stand da noch die Sache mit dem möglichen „Strafklageverbrauch“ im Raum. Aber das Gericht löste den Fall auf elegante Weise – mit Nichtglauben des Geständnisses. Pfiffig!

Und täglich grüßt der Millberry-Mann

Kupfergewinnung im Bergwerk, wie sie der Renaissancemaler Herri met de Bles (16. Jhdt.) dargestellt hat, ist eine mühsame Sache. Aber auch taschenweiser Diebstahl muss anstrengend sein

HANAU. In Abbruchhäusern schlummern wahre Schätze. Buntmetalle, insbesondere das in Wasser- und Stromleitungen enthaltene Kupfer, bringen auf dem Recyclingmarkt gutes Geld. Nayden M. weiß das. Der kleine Schlawiner aus Bulgarien karrte das Halb­edelmetall, vorwiegend der besonders wertvollen Sorte Millberry, gleich tonnenweise auf seinem Fahrrad heran. Natürlich war’s geklaut. Jetzt steht er vor Gericht.

Voll schuldfähig trotz Sucht?

Wie die Droge ihr Opfer beherrscht: 1965 veröffentlichte das Life Magazine die Story „The World of Needle Park“, eine Geschichte zweier Menschen an der Nadel. ©Bill Eppridge, Life Magazine

HANAU. Für den Automarder und Seriendieb Dietrich D. könnte es eine weitere letzte Chance geben. Vielleicht wird er ja noch einmal in eine Entziehungsanstalt eingewiesen. Die Staatsanwältin ist dafür. Dann müsste er von seiner Strafe vermutlich nur einen kleinen Teil absitzen. Obwohl es schon zweimal nicht geklappt hat mit dem Entzug.

Der Mann mit der Nadel

Beutezüge über die Parkplätze der Stadt: Vor Herrn D. war kein Auto sicher. © Ed Allen, Coverentwurf  für Penguin Books

HANAU.  Dietrich D. bestritt seinen Lebensunterhalt mit verschiedenen Straftaten, vorwiegend Diebstählen aus Kraftfahrzeugen. Er benutzte dazu unter anderem eine sogenannte Anreißnadel, das ist ein Werkzeug mit gehärteter Spitze, gut geeignet, um Seitenscheiben schnell und lautlos zu zertrümmern. Dietrich D. ging planvoll zu Werke. Er gibt an, die Beute umgehend verscherbelt zu haben, um sich Drogen kaufen zu können. Offenbar hängt er auch an der Nadel.

Die Scham des Opfers, ein Opfer zu sein

HANAU. Herr K. hat einen Fehler begangen. Aus Gutmütigkeit. Und auf einmal stand dieses Gaunerpärchen in seiner Wohnung, mutmaßlich Osteuropäer, dann waren das Portemonnaie weg und eine Perlenkette auch. Die mehrfach einschlägig vorbestrafte Angeklagte leugnet nun ihre Beteiligung an der Tat, und Herr K. schämt sich. Verrückte Welt …

Taxi in der Nacht

HANAU. Drei Burschen ließen sich nachts zu einer Spielothek fahren. Es ist eine recht einsame Gegend dort draußen, und die Jungs hatten einen Plan. Oder war es nur ein spontaner Lausbubenstreich? Jedenfalls sorgten sie zuerst für ein gehöriges Spektakel zur Ablenkung des Fahrers und klauten dann das ganze Taxi.

Seiten