Totschlag

Juristenzwist um Toten vor Schule

HANAU. Die Geschichte ist tragisch: Vor der Kreisrealschule in Gelnhausen starb ein Mann, nachdem er von einem Joint probiert hatte, der ihm dort von einer Gruppe junger Leute angeboten worden war. Es handelte sich um „Spice“, das damals nicht einmal unter das Betäubungsmittelgesetz fiel. Aber das Opfer war betrunken gewesen, wodurch die Droge eine tödliche Wirkung entfaltet hatte. Im Gegensatz zum Hanauer Landgericht sieht das OLG Frankfurt darin ein Totschlagsdelikt. War es sogar Mord?

 

Nachbarschaft in guter Lage

Die oberen Zehntausend sind nur auf den ersten Blick stets fröhlich und können ganz schön massiv werden, wenn sie überzeugt sind, dass nebenan ein Verrückter wohnt. ©Capitol Records

NIDDERAU/HANAU. Markus G. hat seinen Vater getötet. Er ist psychisch schwer krank. Es ist ein tragischer Fall, der vielleicht hätte verhindert werden können. Aber das ist eine andere Geschichte. Bemerkenswert ist, wie sich die feine Gesellschaft von Erbstadt nach dem Vorfall verhalten hat. Beschämend nämlich. Das fand irgendwie auch die Strafkammer.

Good Cops, Bad Cops

Hielt seine Mimik während des Prozesses eingefroren, schlägt nun aber artig die Hände vors Gesicht: Dawit W. ist gar kein Minderjähriger mehr. Donnerwetter, wer hätte das gedacht! Abb.: Graber

HANAU. Dawit W. kriegt neuneinhalb Jahre, zeigt keine Reue, geht aber in die Revision. Die Richterin macht die Polizei fertig, die Staatsanwaltschaft ist verwundert, das Opfer bleibt verschwunden, ein Gutachter redet dummes Zeug, und am Ende jenes kuriosen Verfahrens um eine bizarre Tat bleibt folgendes Resümee: In der Flüchtlingsfrage wird geheuchelt und gelogen, was das Zeug hält, und viele verdienen prächtig daran, auf Kosten der Steuerzahler, versteht sich. 

Die Leiden des jungen W.

HANAU. Keine Tat ohne Motiv. Aber welches hatte Dawit W., der seinen Freund Mustafa auf furchtbare Weise malträtierte, so dass der sein Augenlicht verlor? Es gibt da einen Ansatz. Richterin Wetzel bringt ihn ins Gespräch: eine gleichgeschlechtliche Affäre. Und sonst? Nun, das Bild von Dawit W. als Vorzeigeflüchtling hat ein paar arge Flecken bekommen. 

Gemetzel im Bergwinkel

Abgetaucht hinterm Aktendeckel: Dawit W. mit seinem Verteidiger Ulrich Will. Foto: Dieter Graber

HANAU. Dawit D. aus Eritrea massakriert am 7. Oktober 2016 seinen Freund Mustafa auf bestialische Weise. Er sticht ihm in den Hals, schneidet ihm die Augenlider ab, beißt ihm Stücke aus den Ohrmuscheln. Ein Streit unter Flüchtlingen, der eskalierte? Die Tat trägt rituelle Züge, es gibt zunächst kein plausibles Motiv. Und im Prozess schweigt der Angeklagte. 

… und raus bist du!

HANAU. Im Mai wurde Richard David R., genannt Danjano, zu dreieinhalb Jahren für seine Beteiligung an einem Einbruch in die Wohnung einer Schlüchterner Tierarztfamilie verurteilt. Drei Opfer waren dabei mit einer Eisenstange attackiert und teils lebensgefährlich verletzt worden. Nun ist Danjano wieder auf freiem Fuß. Wie das? Die Zwei-Drittel-Regelung macht’s möglich.

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