Totschlag

Die Leiden des jungen W.

HANAU. Keine Tat ohne Motiv. Aber welches hatte Dawit W., der seinen Freund Mustafa auf furchtbare Weise malträtierte, so dass der sein Augenlicht verlor? Es gibt da einen Ansatz. Richterin Wetzel bringt ihn ins Gespräch: eine gleichgeschlechtliche Affäre. Und sonst? Nun, das Bild von Dawit W. als Vorzeigeflüchtling hat ein paar arge Flecken bekommen. 

Gemetzel im Bergwinkel

Abgetaucht hinterm Aktendeckel: Dawit W. mit seinem Verteidiger Ulrich Will. Foto: Dieter Graber

HANAU. Dawit D. aus Eritrea massakriert am 7. Oktober 2016 seinen Freund Mustafa auf bestialische Weise. Er sticht ihm in den Hals, schneidet ihm die Augenlider ab, beißt ihm Stücke aus den Ohrmuscheln. Ein Streit unter Flüchtlingen, der eskalierte? Die Tat trägt rituelle Züge, es gibt zunächst kein plausibles Motiv. Und im Prozess schweigt der Angeklagte. 

… und raus bist du!

HANAU. Im Mai wurde Richard David R., genannt Danjano, zu dreieinhalb Jahren für seine Beteiligung an einem Einbruch in die Wohnung einer Schlüchterner Tierarztfamilie verurteilt. Drei Opfer waren dabei mit einer Eisenstange attackiert und teils lebensgefährlich verletzt worden. Nun ist Danjano wieder auf freiem Fuß. Wie das? Die Zwei-Drittel-Regelung macht’s möglich.

Manuels Urteil wird teuer für Lisa

So ist das mit der Liebe in Zeiten von Sturm und Drang: Sie kann böse enden. Illustration aus dem „Werther“: Jean Blaise Simonet

HANAU. Vier Jahre für Manuel. Das sind 48 Monate für ein Stakkato an Straftaten, die er sich in ziemlich kurzer Zeit geleistet hat, von diversen Diebstählen – gemeinschaftlichen und schweren und räuberischen – über Computerbetrug in elf Fällen bis zur Vergewaltigung. Und nun also noch gefährliche Körperverletzung. Manuel ist neunzehn und das, was man einen Intensivtäter nennt. Da sind, seien wir ehrlich, vier Jahre eigentlich nicht viel.

Ende einer jungen Liebe

HANAU. Das ist die Geschichte von Lisa und Manuel. Ganz romantisch hat sie angefangen, mit heimlichen Treffen und Verlobung und allerlei Ringelpiez mit Anfassen (vor allem damit). Ziemlich dramatisch fand sie ihr abruptes Ende. Das letzte Kapitel wird nun vor der 2. Jugendkammer erzählt. Die Staatsanwaltschaft wirft Manuel versuchten Totschlag vor.

Klock: BGH entscheidet im Januar

HANAU. Der Bundesgerichtshof befasst sich demnächst mit dem wohl aufsehenerregendsten Kriminalfall der Nachkriegszeit in Hanau: Am 25. Januar prüft der 2. Senat in öffentlicher Verhandlung den Revisionsantrag der Staatsanwaltschaft im Fall Klock, mehr als eineinhalb Jahre nach den spektakulären Freisprüchen für die beiden Angeklagten.

Rätsel um Raptus

Farbtupfer in einer grauen Straße: Das  Haus, in dem Herr K. seine Margareta erstach. Foto: Graber

HANAU. Nach einer aufwendigen Beweisaufnahme verurteilte die 1. Schwurgerichtskammer den Mann, der im Februar seine Ehefrau mit drei Küchenmessern erstochen hatte, zu einer siebenjährigen Freiheitsstrafe wegen Totschlags. Bis zuletzt hatte der Angeklagte im Prozess geschwiegen. Ein psychiatrischer Gutachter schloss Schuldunfähigkeit aus, obwohl Edward K. eine hohe Dosis eines Antidepressivums geschluckt hatte – möglicherweise aber auch erst nach der Tat.

Beinahe lebenslänglich

Vorm Urteil im Fokus der Medien: Mostafa und Mohammad A. (verdeckt) mit den Anwälten Freydank (links) und Hablizel. Foto: Graber

HANAU. Mostafa A. (22), der seine hochschwangere Schwester Ramia erstach, wurde vom Landgericht wegen Totschlags zu zwölf Jahren verurteilt. Die Kammer machte klar, dass er haarscharf an einer lebenslangen Freiheitsstrafe vorbeigekommen sei. Sein Bruder Mohammad (26) bekam neun Monate wegen Körperverletzung. Er hatte seinen Schwager im Streit geschlagen und gewürgt.

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