Totschlag

Good Cops, Bad Cops

Hielt seine Mimik während des Prozesses eingefroren, schlägt nun aber artig die Hände vors Gesicht: Dawit W. ist gar kein Minderjähriger mehr. Donnerwetter, wer hätte das gedacht! Abb.: Graber

HANAU. Dawit W. kriegt neuneinhalb Jahre, zeigt keine Reue, geht aber in die Revision. Die Richterin macht die Polizei fertig, die Staatsanwaltschaft ist verwundert, das Opfer bleibt verschwunden, ein Gutachter redet dummes Zeug, und am Ende jenes kuriosen Verfahrens um eine bizarre Tat bleibt folgendes Resümee: In der Flüchtlingsfrage wird geheuchelt und gelogen, was das Zeug hält, und viele verdienen prächtig daran, auf Kosten der Steuerzahler, versteht sich. 

Die Leiden des jungen W.

HANAU. Keine Tat ohne Motiv. Aber welches hatte Dawit W., der seinen Freund Mustafa auf furchtbare Weise malträtierte, so dass der sein Augenlicht verlor? Es gibt da einen Ansatz. Richterin Wetzel bringt ihn ins Gespräch: eine gleichgeschlechtliche Affäre. Und sonst? Nun, das Bild von Dawit W. als Vorzeigeflüchtling hat ein paar arge Flecken bekommen. 

Gemetzel im Bergwinkel

Abgetaucht hinterm Aktendeckel: Dawit W. mit seinem Verteidiger Ulrich Will. Foto: Dieter Graber

HANAU. Dawit D. aus Eritrea massakriert am 7. Oktober 2016 seinen Freund Mustafa auf bestialische Weise. Er sticht ihm in den Hals, schneidet ihm die Augenlider ab, beißt ihm Stücke aus den Ohrmuscheln. Ein Streit unter Flüchtlingen, der eskalierte? Die Tat trägt rituelle Züge, es gibt zunächst kein plausibles Motiv. Und im Prozess schweigt der Angeklagte. 

… und raus bist du!

HANAU. Im Mai wurde Richard David R., genannt Danjano, zu dreieinhalb Jahren für seine Beteiligung an einem Einbruch in die Wohnung einer Schlüchterner Tierarztfamilie verurteilt. Drei Opfer waren dabei mit einer Eisenstange attackiert und teils lebensgefährlich verletzt worden. Nun ist Danjano wieder auf freiem Fuß. Wie das? Die Zwei-Drittel-Regelung macht’s möglich.

Manuels Urteil wird teuer für Lisa

So ist das mit der Liebe in Zeiten von Sturm und Drang: Sie kann böse enden. Illustration aus dem „Werther“: Jean Blaise Simonet

HANAU. Vier Jahre für Manuel. Das sind 48 Monate für ein Stakkato an Straftaten, die er sich in ziemlich kurzer Zeit geleistet hat, von diversen Diebstählen – gemeinschaftlichen und schweren und räuberischen – über Computerbetrug in elf Fällen bis zur Vergewaltigung. Und nun also noch gefährliche Körperverletzung. Manuel ist neunzehn und das, was man einen Intensivtäter nennt. Da sind, seien wir ehrlich, vier Jahre eigentlich nicht viel.

Ende einer jungen Liebe

HANAU. Das ist die Geschichte von Lisa und Manuel. Ganz romantisch hat sie angefangen, mit heimlichen Treffen und Verlobung und allerlei Ringelpiez mit Anfassen (vor allem damit). Ziemlich dramatisch fand sie ihr abruptes Ende. Das letzte Kapitel wird nun vor der 2. Jugendkammer erzählt. Die Staatsanwaltschaft wirft Manuel versuchten Totschlag vor.

Klock: BGH entscheidet im Januar

HANAU. Der Bundesgerichtshof befasst sich demnächst mit dem wohl aufsehenerregendsten Kriminalfall der Nachkriegszeit in Hanau: Am 25. Januar prüft der 2. Senat in öffentlicher Verhandlung den Revisionsantrag der Staatsanwaltschaft im Fall Klock, mehr als eineinhalb Jahre nach den spektakulären Freisprüchen für die beiden Angeklagten.

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