Ungesühnte Fälle: Rätsel um die Tote im Unterholz

Opfer Vebronia Tabbo

Die Leiche der Reinemachefrau Vebronia Tabbo, 47, wurde am 24. Mai 2013 im Unterholz zwischen Altenstadt und Nidderau von Spaziergängern gefunden. Zuletzt gesehen hatte sie ihr Ehemann am Morgen des Vortages, der dann aber einen Zahnarzttermin wahrnahm und angab, nichts über einen Streit und den Verbleib seiner Ehefrau zu wissen. Ihr Kopf war mit einem Holzstück eingeschlagen worden, ihre Rippen durch Tritte auf den Brustkorb gebrochen, ihr T-Shirt halb hochgezogen. Es sollte wohl wie ein brutaler Sexualmord aussehen. Doch die Rechtsmedizin fand Würgemale an ihrem Hals, die ihr wohl schon zuvor beigebracht wurden. Bewusstlos und nahezu tot war sie in den Wald gebracht worden, wo dann weiter auf sie eingeschlagen und eingetreten wurde.

Die Tat wird wohl immer ungesühnt bleiben. Hatte der Ehemann sie zunächst - fast - erwürgt und den scheinbar toten Körper zum Abtransport an seinen Schwiegersohn in spe und dessen Bruder übergeben, um ihn im Wald zu entsorgen? Wachte sie dort plötzlich wieder auf, und musste zum Schweigen gebracht werden - oder schlugen die Helfer nur deshalb so brutal auf den leblosen Körper ein, weil sie dachten, sie sei ohnehin schon tot und man könne so vom wahren Täter ablenken? Die Staatsanwaltschaft ist jedenfalls von der Täterschaft des Ehemanns und der beiden Brüder fest überzeugt - nur konkret nachweisen konnte man ihnen es trotz DNA- Spuren nicht. Denn diese hätten auch vom alltäglichen Umgang stammen können, wenngleich das ziemlich unwahrscheinlich war.

+++ Ungesuehnte Tötung (fnp, 09.04.2015)

+++ Überraschender Freispruch (fnp, 19.03.2015)